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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 13:57 Uhr

Pokrent : Spezialisiert auf Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Restaurator Ronny Müller ist bester seines Jahrgangs. Fachkräfte sind gezwungen sich weiterzubilden, so eine Sprecherin der Handwerkskammer Schwerin

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Nach einem fachkundigen Blick ist Ronny Müller alles klar. Diesen Stützbalken aus Holz muss der Zimmerermeister aus Neuendorf zuerst abstützen und dann absägen. „Das Holz ist schon morsch und trägt nicht mehr“, so Müller. Erst im Laufe der Arbeiten an der Scheune habe er bemerkt, dass die Stützbalken beschädigt seien. Dabei hätte ihm auch seine Zusatzausbildungen geholfen, sagt der 36-Jährige. Vor kurzem hat Ronny Müller die Weiterbildung als Restaurator als Jahrgangsbester abgeschnitten.

„Viele Handwerker überbauen Schäden“, so Müller. Doch durch seine Weiterbildungen erkenne er jetzt Sachen, die er vorher nicht gesehen habe. Jeder Dozent bringe in den Kursen neue Sachen bei, erzählt Müller. Insgesamt zwei Jahre war er freitags und samstags bei den Vorbereitungskursen, bevor er erfolgreich seine Prüfung absolvieren konnte. Nun darf der 36-Jährige denkmalgeschützte Objekte fachgerecht wiederherstellen. „Bei der Arbeit muss man als Restaurator umdenken“, erklärt Müller. So seien die Vorbereitungsmaßnahmen im Vergleich zur eigentlichen Arbeit sehr zeitintensiv bei einem denkmalgeschützten Haus. Und trotz der Kosten für die Weiterbildung, wird er sich weiterhin fortbilden. „Es ist mir wichtig, nicht stehenzubleiben“, so Müller.

Dies sieht auch Christiane Vorpahl so. „Auf die Basisqualifikation muss man weiter aufbauen“, so die Leiterin des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) Schwerin. Gerade im Handwerk seien die Fachkräfte gezwungen sich weiterzubilden, da hier die technischen Innovationen ausgeführt werden. Doch gerade in Zeiten, in denen die Konjunktur brummt, werde nur das Nötigste für Fortbildungen getan.

Anders ist die Entwicklung bei den Weiterbildungen der Industrie- und Handelskammer Schwerin. „Fortbildungen werden deutlich wichtiger und es melden sich mehr Personen bei uns an“, sagt Peter Todt. Gerade im Bereich Handel, Dienstleistungen und Industrie seien Fortbildungen bedeutsam für die strategische Personalsicherung, so der Leiter der Aus- und Weiterbildung der IHK Schwerin.

„Weder unsere private noch unsere berufliche Zukunft lassen sich langfristig bis ins Detail planen. Die Qualifizierung nicht nur von Arbeitslosen, sondern auch von un- und angelernten Menschen in Beschäftigung ist ein zentrales Thema für uns in Westmecklenburg“, sagt auch Dirk Heyden, Chef der Schweriner Arbeitsagentur, zur Bedeutung der Weiterbildung.

 

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