Wakenstädt : Sperre für Schlachtfeld verlängert

Die Schlacht von 1712 bei Wakenstädt gilt als die größte auf mecklenburgischem Boden. Das will die Stadt stärker vermarkten. Nun müssen aber erst Denkmalpfleger das Areal untersuchen.
Die Schlacht von 1712 bei Wakenstädt gilt als die größte auf mecklenburgischem Boden. Das will die Stadt stärker vermarkten. Nun müssen aber erst Denkmalpfleger das Areal untersuchen.

Begehung von Denkmalpflegern ist zwingend. Das Areal soll exakt vermessen und dokumentiert werden.

svz.de von
06. Februar 2018, 04:45 Uhr

Die Veränderungssperre für den Bebauungsplan Sondergebiet „Tourismuszentrum Schlachtfeld 1712“ wird um ein Jahr verlängert. Grund dafür ist die Forderung der Denkmalschutzbehörden, das Areal von Denkmalpfleger genauer untersuchen zu lassen. Das sei „eine zwingende Auflage“, sagte Bauamtsleiterin Rommy Elßner den Mitgliedern des Bauausschusses. Ziel ist es, das Bodendenkmal exakt zu vermessen, den Zustand und die Qualität zu dokumentieren. Dafür soll an einigen Stellen auch gegraben werden. Solange das nicht geschehen ist, darf auf der Fläche nichts verändert werden.

Vorgesehen ist, dass die Arbeiten von ehrenamtlichen Denkmalpflegern übernommen werden. So hatte es die Verwaltung Anfang des Jahres mit der Landesdenkmalpflege und der Unteren Denkmalpflege des Landkreises besprochen.

Problematisch ist jedoch, dass die Feldbegehungen nur in einem sehr knappen Zeitfenster stattfinden können: am Ende der Ernte. Die Stadt rechnet damit, dass die Denkmalpfleger frühestens Anfang August loslegen können und sich beeilen müssen. Denn bis zur nächsten Aussaat müssen sie ihre Arbeit beendet haben. Deshalb müssten rechtzeitig genügend Denkmalpfleger gewonnen werden.

Gelingt es nicht, das Schlachtfeld in der Kürze der Zeit gründlich zu untersuchen, kann die Veränderungssperre nicht noch einmal verlängert werden. Dafür müssten gewichtige Gründe vorgelegt werden, sagte Rommy Elßner. Das sei aber schwierig.

Da die Denkmalpfleger ehrenamtlich tätig sind, entstehen für Gadebusch keine Kosten. Der Bauausschuss regte aber an, die Sprit-und Versorgungskosten zu erstatten.

Ursprünglich war der Bereich des Sondergebietes „Tourismuszentrum Schlachtfeld 1712“ deutlich größer und reichte bis fast an die Bundesstraße 104 heran. Im Laufe der Zeit schrumpfte es um rund 50 Prozent. Im Stadtarchiv wurden Unterlagen gesichtet und Areale aus dem Gebiet getilgt, in denen es keine Truppenbewegungen gegeben haben soll, sagte Holger Saupe vom Bauamt auf SVZ-Nachfrage.

Vor knapp zwei Jahren hatte die Stadtvertretung grünes Licht für einen Bebauungsplan gegeben. Das Schlachtfeld von 1712 soll stärker touristisch vermarktet werden. Dafür ist geplant, einen neuen Parkplatz und Sanitäranlagen zu bauen sowie einen etwa zehn Meter hoher Aussichtsturm zu errichten. Das soll den Gedenkstein und die Hinweistafeln, die bereits stehen, ergänzen. Jahr für Jahr zieht das Areal viele Touristen aus Dänemark Schweden und Deutschland an. Für sie soll das Angebot erweitert werden.

Die Schlacht im Dezember des Jahres 1712 ist die größte Feldschlacht auf mecklenburgischem Boden der damaligen Zeit. Dänen, Sachsen und Schweden standen sich auf dem Acker bei Wakenstädt gegenüber und rangen um das Gebiet. Mehr als 3000 Soldaten sollen in dem Gemetzel ihren Tod gefunden haben. Genaue Angaben aber gibt es nicht.

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