zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 06:58 Uhr

Gadebusch : Spendenbereitschaft gestiegen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kleiderbörse Gadebusch freut sich über mehr Kleidung

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2015 | 23:09 Uhr

Blusen, Hosen, Hemden und Pullover in allen Größen und Farben liegen in den Regalen der Kleiderbörse Gadebusch bereit zur Abholung. Wer es sich nicht leisten kann, Kleidung neu zu kaufen, der hat hier eine große und vielfältige Auswahl an getragenen aber sauberen und schönen Kleidungsstücken.

Es gibt eine Vielzahl von Menschen, die es aufrichtig gut mit Bedürftigen meinen: „Die Spendenbereitschaft hat im vergangenen Jahr sehr zugenommen“, resümiert Lydia Schulz, Projektleiterin der Kleiderbörse. „Wir hatten rund 20 Prozent mehr Sachspenden.“ Das sei sehr erfreulich. Rund 2800 Kleidungsstücke finden im Monat durchschnittlich den Weg in die Gadebuscher Kleiderkammer. Das ist viel. Aber auch viele Menschen im Raum Gadebusch und Rehna sind auf diese Kleidung angewiesen. „Wir möchten uns bei allen bedanken, die bisher für uns gespendet und uns unterstützt haben“, sagt Lydia Schulz. „Es ist schön, dass es Menschen gibt, die etwas für soziale Projekte übrig haben.“

Doch nicht jeder scheint seinen nicht so wohl situierten Mitmenschen Gutes zu gönnen: Asche, Babywindeln, alte Tapeten und Teppichreste – in den Containern der Kleiderbörse findet sich auch viel Unrat, sagt Rosemarie Grau, Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes, Ortsverein Gadebusch. Auch provokativ zerschnittene Pullover und T-Shirts habe sie in den Containern gefunden. „Das ist nicht schön“, findet Grau.

Auch beim Ferienlager ist die Lage nicht schön: Obwohl die Sachspenden gestiegen sind, steht das diesjährige Kinderferienlager auf der Kippe. „Bei den Geldspenden haben wir einen extremen Rückgang in den letzten drei Jahren bemerkt“, sagt Lydia Schulz. Das gehe vor allem auf Kosten der Ferienfreizeit, die der Arbeitslosenverband jedes Jahr anbietet. Bisher konnte der Verein aus seinen Rücklagen immer noch Mittel abzweigen, um die Freizeit zu realisieren. „Aber wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir ohne Spenden das Ferienlager nicht mehr durchführen können“, erklärt Schulz.

Mindestens 8500 Euro braucht der Verein, damit der Urlaub für die Kinder finanziert werden kann. „Nur über Firmenspenden werden wir das nicht schaffen“, befürchtet Rosemarie Grau. Denn hier sei die Bereitschaft zur Spende zurückgegangen. Für viele Kinder indes sei das Ferienlager des Arbeitslosenverbandes die einzige Chance, einmal aus dem gewohnten Umfeld zu entfliehen. Deshalb bittet der Verein um Unterstützung: „Selbst kleine Beträge sind toll, wenn sich viele beteiligen, dann bekommen wir das Geld zusammen“, sagt Rosemarie Grau.

Die Bürger spenden immer noch gern – das ist das Fazit des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Nordwestmecklenburg. Dort wurde in den vergangenen Jahren ein nahezu gleich bleibendes Spendenaufkommen festgestellt, so Ekkehard Giewald, Geschäftsführer des DRK Kreisverband NWM. Die Spendenbereitschaft sei nach wie vor da, wenngleich schwankend. „Internationale Ereignisse, die Emotionen wecken, wie beispielsweise ein Tsunami oder Ebola, erhöhen auch hier vor Ort die Spendenbereitschaft der Menschen.“ Diese fiele dann aber auch schnell wieder ab, stellt Giewald fest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen