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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 03:17 Uhr

Rock an der Kirche : Spenden statt Eintrittsgelder

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zum fünften Mal laden die Carlower Kirchgemeinde und der Kulturverein zum Benefizkonzert ein und unterstützen damit Flüchtlinge

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Die Bilder sind erschütternd: abgedeckte Tote am Strand, überfüllte Boote, Flüchtlinge in italienischen, spanischen oder jemenitischen Häfen, die die lebensgefährliche Überfahrt aus ihren Heimatländern überlebt haben. „Die Flüchtlingsthematik ist so aktuell wie nie zuvor“, sagt Pastor Bernhard Kähler (Foto). Genau dafür, sagt Kähler, wollen er und seine Mitstreiter sensibilisieren. Deshalb laden die Evangelische Kirche Carlow und der Kulturverein Carlow am Sonnabend, 28. Juni, zum fünften Mal zu ihrem großen Open Air Festival „Rock an der Kirche“ ein. Die Einnahmen des Konzertes gehen auch in diesem Jahr an den Verein „borderline europe – Menschenrechte ohne Grenzen“, der seinen Blick auf die Flüchtlingsproblematik an den europäischen Grenzen lenkt, Vertuschungsversuchen der Behörden mit Recherchen in den Grenzregionen begegnet und Öffentlichkeit für all jene herstellt, die auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben an Europas Grenzen den Tod finden.

Es ginge ihnen darum, sagt Pastor Kähler, darauf aufmerksam zu machen, was an den europäischen Grenzen passiert. „Man kann es sich nicht nur bequem machen, man muss wissen, dass es an den Außengrenzen Probleme gibt, dass viele Menschen betroffen sind, dass es zahlreiche Armuts- und Bürgerkriegsflüchtlinge gibt. Das Problem ist geblieben“, macht Kähler deutlich.

Von 18 Uhr an soll am 28. Juni rund um die Kirche gerockt werden, sieben Bands bieten einen Mix aus Rock, Pop, Soul und Blues.

Den Auftakt macht Hildes Dorforchester mit Klezmer, Festzigem aus Osteuropa und dem Rest der Welt. Zu erleben sind außerdem Hippie Langstrumpf mit Progressive-Rock, Stiff la Wolf mit Country und Blues, The Panic The Vomit mit grenzenlosem Rock, Ulf Lorenz mit Blues, die Liedermacherin Sarah Lesch mit neuen und alten Songs und die Thunderbirds mit sattem Rock’n’Roll. Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Spenden für „borderline europe - Menschenrechte ohne Grenzen“ gebeten.

Eine solche Veranstaltung, sagt Pastor Kähler, dürfe – trotz des ernsten Hintergrunds – auch Spaß machen. „Aber sie darf eben nicht nur Spaß machen. Es ist uns wichtig, die Veranstaltung mit unserem Anliegen zu verbinden“, sagt Kähler. Auch in diesem Jahr wird es deshalb neben den lauten Tönen, neben Trubel und Heiterkeit, auch Nachdenkliches geben: Hinter der Kirche wird eine Kreuzwegstation aufgebaut, in der in Bild und Text erklärt wird, was es eigentlich heißt, Flüchtling zu sein. Stefan Schmidt, der ehemalige Kapitän der Cap Anamur und heute Flüchtlingsbeauftragter in Schleswig-Holstein, wird für Gespräche bereit stehen. In diesem Jahr ist es genau zehn Jahre her, dass er 37 afrikanische Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet hat und dafür in Italien angeklagt wurde. Am Sonntag werden Pastor Bernhard Kähler und Stefan Schmidt „gewissermaßen im Gespräch“, so Kähler, in einem Open Air-Gottesdienst gemeinsam predigen.

















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