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Kleiderbörse Gadebusch : Spenden für den Abfalleimer

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Verschimmelte Hosen und dreckige Jacken - angewidert ziehen sechs Frauen diese Kleidungsstücke aus einem blauen Sack. Dieser gehört zu den Säcken, die die Mitarbeiterinnen der Kleiderbörse überhaupt nicht gerne öffnen.

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erstellt am 12.Feb.2013 | 06:52 Uhr

Gadebusch | Verschimmelte Hosen, dreckige Jacken und Pullover mit Löchern - angewidert ziehen sechs Frauen diese Kleidungsstücke aus einem blauen Sack. Dieser gehört zu den Säcken, die die Mitarbeiterinnen der Kleiderbörse überhaupt nicht gerne öffnen. "Mittlerweile habe ich wirklich das Gefühl, dass manche Leute nur noch ihren Müll bei uns entsorgen wollen", sagt Christine Rontzkowski, Fahrerin bei der Kleiderbörse.

Wenn sie mit ihrer Kollegin Christiane Finck zu den 21 Containern nach Gadebusch, Rehna und Lützow fährt, werden die Kleidungsstücke schon in die Säcke der Kleiderbörse umgepackt. Und dabei entdecken die beiden so einiges, was ihnen stinkt. "Wir haben verschimmelte Kindersachen, komplett mit Farbe befleckte Arbeitshosen oder sogar durchlöcherte T-Shirts und Pullover", erzählt die 56-jährige Rosemarie Grau. Auch ein Sack komplett mit Asche gefüllt war schon Mal dabei.

Die 56-Jährige beaufsichtigt das Auspacken und Sortieren der Kleidungsstücke und muss vieles wegwerfen. Von den fast 50 eingesammelten Säcken muss manchmal mehr als die Hälfte von den Frauen selbst entsorgt werden, weil die Sachen nicht zu gebrauchen sind. Aus diesem Grund wünscht sich die Leiterin der Kleider- und Möbelbörse, Lydia Schulz, dass mehr Leute ihre Spende persönlich bei in der Rehnaer Straße 3 abgeben. "Klar brauchen wir nicht das Beste vom Besten, aber die Kleidung sollte noch tragbar sein", erklärt Schulz. Vor allem viele Kindersachen seien beschmutzt, wenn überhaupt welche gespendet werden. "Es ist eindeutig ein Rückgang der Spenden zu bemerken. Wir haben mittlerweile fast keine Wintersachen mehr für Kinder und Männer, von Schuhen mal ganz abgesehen", sagt Schulz.

Begonnen hat das Projekt Kleiderbörse im Jahr 2005 auf Anfragen von Kunden der Möbelbörse. "Nachdem immer mehr Leute beim Kauf von Möbeln nach Kleidungsstücken gefragt haben, dachten wir uns in dem Bereich etwas zu unternehmen", erzählt Schulz. Ungefähr 500 Kunden hat die Kleiderbörse mittlerweile jeden Monat. Von 20 Cent bis hin zu fünf Euro kosten die unterschiedlichen Kleidungsstücke.

"Wir merken, dass vor allem viele junge Familien zu uns kommen und Kindersachen kaufen, weil gerade die im normalen Verkauf teuer sind und nicht lange halten", berichtet die Leiterin der Börse. Es kommt sogar vor, dass Familien die getragenen Sachen wieder zurückbringen, wenn die Kinder rausgewaschen seien und die Sachen noch benutzt werden können, so Schulz. Ein möglicher Grund für den Rückgang der Spenden sieht die Kleiderbörse-Leiterin darin, dass viele Leute ihre noch verwertbaren Sachen eher an sogenannte Secondhand-Läden oder bei Floh märkten verkaufen, um damit Geld zu verdienen.

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