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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Oktober 2017 | 19:03 Uhr

Badow : Speck und Grünkohl nach dem Besenwurf

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Badower Landfrauen versuchen sich an niedersächsischer Tradition

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2015 | 23:59 Uhr

„Ich mache selbst Grünkohl, doch wie der hier auf Oldenburger Art schmeckt, weiß ich nicht“, wollte sich Silke Iken von den Badower Landfrauen am Dienstagabend von der Einladung in das Dorfgemeinschaftshaus überraschen lassen. Was die Krembzerin nicht wusste: Bevor die Niedersächsin Gunda Maas ihre eigene Kreation eines Grünkohlessens präsentierte, gab es für alle Beteiligten noch ein Spiel auf der Badower Dorfstraße zu absolvieren. „Bei uns ist es Brauch, dass wir vor dem Grünkohlessen den Besen werfen und dabei einen Bollerwagen mit Punsch und Holunderbeerensaft mitnehmen“, erklärte die Lützowerin. Zwei Mannschaften, bestehend aus jeweils drei Frauen, wurden gebildet und jedes Teammitglied warf den Besen soweit es geht von der Stelle, wo der Vorgänger den Besen hingeworfen hatte. „Es dauert natürlich etwas, bis man voran kommt. Deshalb gibt es nach jedem Durchgang auch einen Schluck zu trinken, damit man nicht erfriert“, erklärte Gunda Maas. „Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Es wurde zwar von einer Überraschung gesprochen, aber dass es noch ein Spiel vorher gibt, war mir nicht klar. Ich muss mir erst einmal eine Jacke besorgen“, sagte Silke Iken.

Doch spätestens nach dem ersten Wurf fanden die Frauen Spaß an der kleinen Aktion, die in Niedersachsen mit der Einkehr in eine Schankstube zum Grünkohlessen endet. In Badow allerdings war der Dorfgemeinschaftsraum vorbereitet, wo es nach erledigtem Besenwerfen leicht angeheitert zum Grünkohlessen ging. „In Niedersachsen sagen wir auch Pinkelessen dazu. Pinkel ist so eine Art Grütze. Dazu gibt es Grünkohl, Kassler und Speck. Insgesamt ist es ein sehr fettes Essen. Aber das gibt es ja auch nur einmal im Jahr“, erzählte Organisatorin Gunda Maas. Um seine Figur brauche sich also niemand Sorgen zu machen, wies die Lützowerin hin.

Wer das Essen im kommenden Jahr zubereitet, wurde während des Essens per Zufall ermittelt. Ein im Grünkohl verstecktes winziges Glücksschweinchen verriet den nächstjährigen Gastgeber des Grünkohlessens.

 

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