GADEBUSCH : Sparkasse zahlt für den Taler

Der Münzschläger von Gadebusch: Gerhard Schotte mit einer Nachbildung des Reformationstalers. Der soll zum 500. Jubiläum der Reformation wieder geprägt werden.
Der Münzschläger von Gadebusch: Gerhard Schotte mit einer Nachbildung des Reformationstalers. Der soll zum 500. Jubiläum der Reformation wieder geprägt werden.

Förderverein der Stadtkirche Gadebusch will Reformationstaler prägen lassen / Stiftung des Geldinstituts unterstützt das Projekt

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13. November 2015, 23:04 Uhr

Ein kleiner Mann hat vor 500 Jahren die Welt auf den Kopf gestellt: Martin Luther. Am 31. Oktober 1517 nagelte er seine 91 Thesen an die Tür der Kirche in Wittenberg und seitdem war nichts mehr wie es war. Fortan gab es zwei christliche Kirchen: die katholische und die evangelische. Dieses historische Datum wird in zwei Jahren, genau ein halbes Jahrtausend nach Luthers Thesenanschlag, in Deutschland gefeiert und Gadebusch macht mit.

Der Förderverein der Stadtkirche Gadebusch lässt zu diesem historischen Datum den mecklenburgischen Reformationstaler wieder prägen und die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest unterstützt dieses Projekt mit 2600 Euro. Am Donnerstagabend nahm Gerhard Schotte, Hauptinitiator des Projektes, den Bescheid entgegen.

Die Münzstadt Gadebusch und der Taler: 1549 lässt ihn der Herzog Johann Albrecht hier prägen und sagt sich damit von Kaiser und Papst los. Doch zügig ging das mit der Reformation nicht in Gadebusch. „Sein Vater war streng gläubiger Katholik“, erzählt Gerhard Schotte. Erst als Johann Albrecht seinen Vater 1547 beerbt, hält auch der neue Zeitgeist Einzug in die Stadt. Also erst 30 Jahre nach Luthers öffentlicher Anklage. Und der Taler ist Ausdruck dessen. „Domine ne da in micis verbi tui letit – Herr schenke den Feinden deiner Worte keine Freude“, lässt der noch junge Herzog auf den Taler prägen. Gemeint sind damit Kaiser und Papst, die mit allen Mitteln den Einzug des Protestantismus verhindern wollen – vergeblich.

Der Originaltaler liegt im Schweriner Münzmuseum. Von dem hat eine Münzstätte aus Wismar einen Abdruck genommen und prägt ihn. Mit dem Geld der Sparkasse kann diese Arbeit bezahlt werden.

28 Gramm schwer wird er sein und 38 Millimeter Durchmesser haben und damit die Maße des Originals. „20 Taler werden einen hohen Silbergehalt haben“, sagt Schotte. Weitere 100 sind dann mit weniger Silber ausgestattet. Sie können 2017 an verschiedenen Stellen in Mecklenburg-Vorpommern gekauft werden. Ist die Nachfrage groß, wird nachgeprägt. „Der Erlös fließt zum Förderverein der Stadtkirche“, erklärt Gerhard Schotte und kommt damit wieder einem guten Zwecke zu.

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