Ärger in Gottesgabe : Sorgen um heruntergekommene Straße

Diese Bitumen-Wellplatten an der Straße zwischen Groß Welzin und Gottesgabe sind nur ein Teil des Mülls, den Manfred Schüler beklagt.  Fotos: peter täufel
1 von 3
Diese Bitumen-Wellplatten an der Straße zwischen Groß Welzin und Gottesgabe sind nur ein Teil des Mülls, den Manfred Schüler beklagt. Fotos: peter täufel

Verkehrsweg ist kaum befahrbar, an Rändern liegt Müll

von
02. Juni 2017, 05:00 Uhr

Manfred Schüler ist sauer: „Seit 1974 wohne ich hier in diesem Haus in der Groß Welziner Straße, aber in so einem miserablen Zustand war die Straße noch nie!“ Er erzählt am SVZ-Lesertelefon von Müll und Unrat, der am Straßenrand abgelegt wird, von Löchern und Verwerfungen der Fahrbahn, von tiefhängenden Ästen und weichen Banketten. So weich, dass sich Fahrzeuge festfahren, wenn sie dem Gegenverkehr zwangsläufig ausweichen müssen. „Neulich ist sogar ein Hänger umgekippt. Der Fahrer hat sich von mir für die Bergung Spanngurte geborgt – die hat der nicht mal zurück gebracht“, berichtet Schüler etwas verärgert. Insgesamt sei die schmale Kommunalstraße zwischen Groß Welzin und Gottesgabe in einem erbärmlichen Zustand. Das komme nicht zuletzt durch den Schwerverkehr, der hier jetzt durchfährt. Er habe bereits vor Ostern mit der Bürgermeisterin und dem Ordnungsamt gesprochen – die Antwort: es sei kein Geld dafür da.

Hinzu kommen massive Müllablagerungen an den Straßenrändern. „Einmal habe ich einen erwischt, der gerade einige blaue Säcke aus seinem Auto nahm und an den Straßenrand legte. Als ich ihn anrief, ist er schnell davon gefahren – leider konnte ich das Nummernschild nicht sehen“, berichtet der Rentner bedauernd.

Bei Bürgermeisterin Bärbel Jürß trifft Manfred Schüler durchaus auf Verständnis. „Wir wissen um die Problematik mit dieser Straße. Seit das Metallbauunternehmen Geerds hier ansässig ist und die Straße sowohl von Mitarbeitern, aber eben auch vom Lieferverkehr genutzt wird, wird sie immer schlechter“, so die Gemeinde-Chefin. Davor seien Moos und Gras auf der Fahrbahn gewachsen, so wenig wurde sie genutzt. Eigentlich habe man aber kein Geld, um die Straße instand zu setzen, man habe ja bereits ein Teilstück etwas ausgebessert. „Ich sehe aber eine Chance, doch etwas zu tun“, sagt Jürß und verrät, was sie vorhat: Nach Rücksprache mit Maik Triebsch vom Bauamt könnte das Geld, welches für die Sanierung der Straße in Rosenow für dieses Jahr vorgesehen war, für die Groß Welziner Straße verwendet werden. „Ich werde diesen Vorschlag bei der nächsten Gemeindevertretersitzung am 6. Juli zur Abstimmung stellen“, so Gottesgabes Bürgermeisterin. Enttäuscht zeigt sie sich darüber, dass die Firma Geerds sich bisher nicht an solchen Kosten beteiligt hat, obwohl bereits bei einer anderen Straße extra für deren Schwerlastverkehr für den Fahrbahnunterbau zusätzlich Geld aufgewendet werden musste. Es bleibe daher zu überlegen, ob die Groß Welziner Straße in ihrer Nutzung eingeschränkt und Zuwiderhandlungen dann entsprechend geahndet werden.

Auch was den Unrat an den Straßenrändern betrifft, lässt Bürgermeisterin Jürß kein gutes Haar an den Mitarbeitern des Metallbauunternehmens: „Die kommen aus Hamburg und Lübeck und sonst woher und laden hier bei uns den Müll ab – weil’s ja so bequem ist“, behauptet sie. Deshalb sei es auch schwer, die Verursacher ausfindig zu machen. Ihr Gemeindearbeiter müsse nun versuchen, den Müll allein zu beseitigen.

Leider ist es uns bisher nicht gelungen, die Firma Metallbau Geerds für eine Stellungnahme im Zusammenhang dieser Vorwürfe zu erreichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen