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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. September 2017 | 19:09 Uhr

Pokrent : Solarpark entsteht auf Kiesabbaugebiet

vom

Auf dem Gebiet der Gemeinde Pokrent entsteht voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage auf einer Fläche von zirka 18 Hektar. Darauf zielt ein so genannter vorhabenbezogener Bebauungsplan ab.

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2013 | 07:50 Uhr

Pokrent | Auf dem Gebiet der Gemeinde Pokrent entsteht voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage auf einer Fläche von zirka 18 Hektar. Darauf zielt ein so genannter vorhabenbezogener Bebauungsplan "Sondergebiet Photovoltaik Pokrent 4a" ab. Das überplante Gebiet erstreckt sich demnach beidseitig der Verbindungsstraße zwischen der B 104 und der Ortslage Pokrent. Die von der solar concept und der Stadt- und Landesplanung in 2012 angeschobene Projektplanung wird somit auf Bereiche des Kieswerkes und der gegenüberliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen realisiert. "Dabei handelt es sich nicht um ein Projekt der Gemeinde Pokrent, sondern eines Privatinvestors", sagt Bürgermeister Steffen Janssen. Die Kommune habe lediglich die Planungshoheit und nach eingehender Beratung bereits 2012 dem Entwurf zugestimmt. Voraussichtlich Ende Juni wird nach Prüfung u. a. von Stellungnahmen der Bürger und Nachbargemeinden sich das Gemeindegremium abschließend zum Sachverhalt Photovoltaikanlage äußern.

Ein Planungsstopp scheint es unterdessen für das "Sondergebiet Photovoltaik Pokrent 3" zu geben. Dabei handelt es sich um bislang genutzte Ackerflächen westlich des Kieswerkes in Richtung Pokrent. Nach SVZ-Informationen gestaltet sich dort die Einspeisung des Solarstromes ins Netz womöglich aufgrund fehlender Leitungskapazitäten eher schwierig.

Die Gemeindevertretung von Po krent steht nach Aussagen von Steffen Janssen dem "Projekt 4a" positiv gegenüber. "Es gab zwei Öffentlichkeitsbeteiligungen. Unsere Hoffnung besteht natürlich auch darin, künftig Gewerbesteuern verbuchen zu können", sagt Janssen.

Die Verbände der Landwirte stehen einer Energiegewinnung auf Ackerland eher kritisch gegenüber. Petra Böttcher, Geschäftsführerin Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg: "Wir lehnen so etwas ab. Die Flächen sollten allein der Nahrungsmittelproduktion vorbehalten bleiben." Der Kreisverband empfiehlt die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen. Der steigende Konkurrenzdruck zwischen der Industrie und Landwirtschaft geht mit steigenden Pachtzinsen einher. "Die Landwirte können den Zins nicht mehr zahlen. Aufgrund hoher Pachtpreise ist es den Biobauern kaum möglich, rentabel zu wirtschaften", so Böttcher. Der eigens gebildete Fachausschuss "Regenerative Energien" habe in einem Positionspapier an den Landkreis auf die Problematik Flächenverbrauch hingewiesen.

Argumente, die Janssen kennt. Aus Pokrenter Sicht ergeben sich für ihn neue Perspektiven. Einerseits handele es sich bei einer Teilfläche um ein abgekiestes Gebiet. "Die südöstlich davon gelegenen Ackerflächen dienen der Rohstoffsicherung. Es besteht Bergbaurecht und folglich die Möglichkeit einer Kiesgewinnung", sagt Janssen. In der Nutzung als Standort für Photovoltaikanlagen sehe er eine Zwischenlösung für die kommenden 20 Jahre. Der Wunsch, die abgebauten Flächen der Kiesgrube stärker mit einzubeziehen, habe sich aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht erfüllt. Grund: Teile des Kiesgebietes wurden oder sind für eine Renaturierung angemeldet. Die Gemeinde Pokrent rechnet noch in 2013 mit einem Baubeginn.

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