Schnellste Stenografin des Ostens : So schnell schreibt kaum jemand

Heimvorteil für die Boltenhagenerin Monika Mahlke beim Wettbewerb. Als persönliche Referentin der Landrätin Kerstin Weiss spart sie durch ihr schnelles Schreiben viel Zeit.
Heimvorteil für die Boltenhagenerin Monika Mahlke beim Wettbewerb. Als persönliche Referentin der Landrätin Kerstin Weiss spart sie durch ihr schnelles Schreiben viel Zeit.

Die schnellste Stenografin des Ostens heißt Monika Mahlke, kommt aus Boltenhagen und ist persönliche Referentin von Kerstin Weiss

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21. März 2016, 12:00 Uhr

Schnell, schneller, am schnellsten. Das ist Monika Mahlke (58). Die Grevesmühlenerin wurde am Wochenende Verbandsmeisterin des Ostdeutschen Stenografenverbandes e.V.. Zum 25. Mal lobte der Verband seine Meisterschaft aus, erstmals in der Hansestadt Wismar.

Landrätin Kerstin Weiss eröffnete als Schirmherrin den ungewöhnlichen Wettbewerb im Gebäude der Wismarer Kreisvolkshochschule. 41 Teilnehmer aus sechs Vereinen sowie drei Gastschreiber hatten sich angemeldet. Aus der Region kam eine Teilnehmerin. Monika Mahlke arbeitet als persönliche Referentin der Landrätin, sie ist Mitglied im „Stenografenverein Leipzig 1990 e.V.“ – in Mecklenburg-Vorpommern gibt es keinen Verein.

Verglichen wurde in den Wettbewerben „Stenografie in steigender Geschwindigkeit“, Texterfassung sowie Textbearbeitung und -gestaltung. Also einmal schnell, korrekt und DIN-konform schreiben am PC, dazu die Handstenografie – die Schnell- oder Kurzschrift. Ein paar hieroglyphische Kringel und schon steht da ein ganzer Satz. Monika Mahlke hat diese Kurzschrift noch in der Ausbildung zur Facharbeiterin für Schreibtechnik gelernt, dann später im Studium ganz praktisch für die Mitschriften genutzt. Jetzt stenografiert sie bei den Dienstberatungen im Team von Kerstin Weiss. „Ich sage etwas und sie macht zwei Zeichen“, ließ die Landrätin die „Schriftfreundinnen und Schriftfreunde“ zur Eröffnung der Meisterschaft schmunzeln.

Für die Praktiker wie Monika Mahlke gehört die Stenografie zum Alltag. „Die Handstenografie ist ein Teil meines Lebens geworden“, erzählt sie. Ein Teil des kulturellen Erbes, eingefangen im heimischen Einkaufszettel oder eben im Wortprotokoll im Bundes- oder Landtag, die immer noch stenografiert werden. Monika Mahlke „erwischt“ sich dabei, wie sie die gehörten Nachrichten im Kopf mitstenografiert. Genauso beim Bücherlesen. „Es tackert gleich im Kopf, wie schreibst du das in Steno“, lacht Monika Mahlke. Das ist das tägliche Training. „Man darf nicht aufhören, wie bei einer Fremdsprache.“ Wenn man die nicht mehr nutzt, gerät das Wissen in Vergessenheit.

Heimvorteil und zwei Kuscheltiere als Glücksbringer haben zusammen mit guten Nerven und natürlich Können Monika Mahlke auf das Siegertreppchen in der Einzelwertung Stenografie gehoben, sie ist nun Verbandsmeisterin. Alexander Beyer ist Verbandsmeister in der Kategorie „Texterfassung 20 Minuten und Perfektion“, die amtierende deutsche Meisterin Katrin Müller ist Verbandsmeisterin in professioneller Textverarbeitung, in der Kategorie Textbearbeitung und Gestaltung wurde das Ralf Groß.

Dazu wurden die erfolgreichste Mannschaft geehrt: Diesen Titel hat der Luckenwalder Stenografenverein „Pelikan“ am Sonnabend in Wismar abgeräumt.

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