Gadebusch : Sitzungsgeld sorgt für Diskussionen

 Sollen die Mitglieder des Seniorenbeirats ein Sitzungsgeld bekommen oder aber nicht?    Foto: dpa
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Sollen die Mitglieder des Seniorenbeirats ein Sitzungsgeld bekommen oder aber nicht?

Soll Seniorenbeirat Gadebusch bezahlt werden?

svz.de von
08. Februar 2018, 21:00 Uhr

Die Forderung der Linken, den Mitgliedern des Seniorenbeirats Sitzungsgeld zu zahlen, treibt die Gadebuscher Stadtvertreter um. Von dort war die Entscheidung in die Ausschüsse verwiesen worden, wo es nun zu Diskussionen kommt.

Nach dem Bauausschuss hatte auch der Kulturausschuss das Thema auf der Tagesordnung. Und auch hier entspann sich eine Diskussion darüber, ob Ehrenamt bezahlt werden soll.

Um es vorweg zu nehmen, der Kulturausschuss hat den Antrag auf eine Änderung der Hauptsatzung ebenfalls abgelehnt.

Die Linken hatten gefordert, dass der oder die Vorsitzende des Seniorenbeirats ein Sitzungsgeld von 51 Euro bekommen solle, alle weiteren Mitglieder 34 Euro. Der Beirat hat aktuell zehn Mitglieder. Das würde die Stadt im Jahr knapp 4000 Euro kosten, rechnet Klaus Leuchtemann, Vorsitzender des Kulturausschusses vor. „Ich finde die Diskussion über das Ehrenamt ja nicht schlecht“, sagt Leuchtemann. „Damit wird es mal wieder in den Mittelpunkt gerückt.“ Aber dafür bezahlen? „Wo fängst du an und wo hörst du auf“, fragt der Hotelier. Wenn der Seniorenbeirat Sitzungsgeld einfordere, könne man die andere Vereine, wie beispielsweise die freiwillige Feuerwehr nicht außen vor lassen. „Das wäre nicht gerechtfertigt.“

Und Leuchtemann führt ein weiteres Argument an: Die Mitglieder des Seniorenbeirates werden von der Stadtvertretung ernannt. Das Gremium soll die Interesse der Senioren vertreten und der Stadt beratend zur Seite stehen, wenn es zum Beispiel um Baumaßnahmen geht. Für diese Arbeit werde der Beirat bereits entlohnt. „Die Stadt bezahlt die Weihnachtsfeier, die Arbeitsmaterialien können sie sich von der Stadt holen“, sagt Leuchtemann. „Und alles, was sie beantragen, bekommen sie auch bezahlt.“ Diese Privilegien genießen andere Vereine nicht.

Horst Biskupek gehört zu den Gründungsmitgliedern des Beirats. Er leitete ihn bis 2017 und verweist nun darauf, dass „wir 2008 gesagt haben, das ist eine ehrenamtliche Arbeit, für die wir keine Bezahlung wollen.“ Die Mitglieder bekämen Geschenke zum Geburtstag und der Bürgermeister richte eine Weihnachtsfeier aus. Das sei eine Ehrung für die Mitglieder. Mehr brauche es aus seiner Sicht nicht. „Ehrlich gesagt habe ich für die Forderung überhaupt kein Verständnis.“

Die derzeitige Vorsitzende des Seniorenbeirats Elli Brusch wirbt unterdessen weiter für das Vorhaben. „Ehrenamt muss anerkannt werden“, sagt sie. Das solle mit dem Sitzungsgeld erfolgen. Darüber hinaus, meint Elli Brusch, bekämen berufene Bürger auch Sitzungsgeld. „Leisten wir weniger als sie?“

Elli Brusch erhofft sich von dem Vorstoß nun eine grundsätzliche Diskussion über den Wert des Ehrenamtes. „Vielleicht ist das nun der Anstoß dafür.“

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