Digitale Schulung : Silver Surfer lernen Skypen

Die Freundinnen Bärbel Kalitzki und Angelika Kober (v. r.) nutzen die Schulung um neue Einblicke in die Welt von Apps und Tablets zu bekommen. Christine Schulz und Rebekka Duge (l.) lassen sich von Werner Kehl besondere Funktionen auf ihren Geräten zeigen.
Die Freundinnen Bärbel Kalitzki und Angelika Kober (v. r.) nutzen die Schulung um neue Einblicke in die Welt von Apps und Tablets zu bekommen. Christine Schulz und Rebekka Duge (l.) lassen sich von Werner Kehl besondere Funktionen auf ihren Geräten zeigen.

Sechs Damen, sechs ultraflache Computer, ein Technik-Profi: Schulung gibt in Rehnaer Bibliothek Tipps im Umgang mit digitalen Geräten.

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13. März 2015, 23:00 Uhr

Ein Fingerwisch über das verglaste Display, eine App geöffnet und im Internet nach neuen Kochrezepten gegoogelt. Was so einfach klingt, kann dennoch besonders die ältere Generation, die sogenannten „Silver Surfer“, vor Herausforderungen stellen. „Ich habe von meinen Kindern ein iPad geschenkt bekommen. Sagen wir es so, ich gebe mir Mühe, dieses Gerät zu verstehen“, scherzt Christine Schulze.

In der Rehnaer Bibliothek liegt vor ihr der weiße Computer, kaum dicker als eine Scheibe Brot. Christine Schulz ist Teilnehmerin am Kurs „Silver Surfer – Senioren-Technik-Botschafter in MV“, der Internet-Nutzern ab 50 Jahren den Umgang mit Tablets erleichtern möchte.

„Auf Ihren Geräten finden sie sehr viele vorinstallierte Programme – Apps nennen die sich auf Tablets und Smartphones“, erklärt Schulungsleiter Werner Kehl den fünf Teilnehmerinnen und Bibliothekarin Rebekka Duge. „Nicht alle dieser Apps braucht man, einige lassen sich einfach deinstallieren“, so der Brüsewitzer Technik-Profi.

Neben Fragen zu allen möglichen Apps, beleuchtete die zweistündige Schulung auch, wie beispielsweise Internetverbindungen über Wlan und Sim-Karten eingerichtet und aktiviert werden können, wofür man verschiedene Konten nutzen kann oder wie sich mithilfe des Programmes „Skype“ mit Familienmitgliedern und Freunden video- und bildtelefonieren lässt. „Ist Online-Banking denn überhaupt sicher“, wollte eine der Teilnehmerinnen von Kursleiter Kehl wissen. „Wie sicher ist denn Ihre Brieftasche“, fragte der 66-Jährige zurück. Es sei eine Frage, wie bewusst man selbst mit seinen Daten umgehen würde, erklärt er. Eine Brieftasche, die Kontodaten enthielte, sei unter dem Arm getragen genauso wenig sicher, wie seine Passwörter gesondert auf dem eigenen internetfähigen Gerät zu speichern. „Ich war 20 Jahre schon nicht mehr bei der Bank – und bislang ist mir kein Cent im Internet verloren gegangen.“

Das Internet nutzten die beiden Freundinnen Bärbel Kalitzki und Angelika Kober bislang, um sich vor allem inspirieren zu lassen. „Dort finden sich tolle Ideen und Basteltipps“, meinen die Rentnerinnen. Die Arbeit am Tablet ist für beide neu. „Ich arbeite zuhause ja nur mit dem Laptop, von welchem ich meine Bilder alle auf einer Festplatte speichere“, sagt Bärbel Kalitzki. Ihre Freundin Angelika Kober ergänzt: „So was wie die Apps oder ein Anwendungsmanager, ja davon hat man mal gehört. Durch die Schulung können wir auch jetzt etwas damit anfangen.“

Das Europäische Integrationszentrum aus Rostock bietet die Schulungen im Rahmen des „SilverSurfer“-Projekts in allen Landkreisen MVs an, damit Senioren die digitale Welt entdecken können. „Man muss ja nicht alles können, sondern nur wissen, wo es steht“, erinnert sich Brigitte Staude an einen Spruch aus ihrer Schulzeit. Heute hingegen würde die 57-Jährige nicht mehr in dicken Wälzern blättern, sondern im Internet suchen. „Das Problem ist nur, dass es keine Bedienungsanleitungen für die Geräte mehr gibt, von denen ich nicht genau weiß, wie sie zu benutzen sind“, sagt die Rehnaerin. Daher habe sie sich für die Teilnahme an der Technik-Schulung entschieden.

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