Punk-Rock-Band „DonKanaille“ aus Gadebusch : Sie wollen sich Gehör verschaffen

Die Gadebuscher Punk-Rock-Band „DonKanaille“ mit Gitarrist „Jo“ und Sänger „Mauzi“ heizte den 700 JuRoTo-Besuchern mächtig ein.
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Die Gadebuscher Punk-Rock-Band „DonKanaille“ mit Gitarrist „Jo“ und Sänger „Mauzi“ heizte den 700 JuRoTo-Besuchern mächtig ein.

Die selbstgeschriebenen Titel der Punk-Rock-Band „DonKanaille“ sind gesellschaftskritisch und benennen die Missstände im System

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02. August 2016, 05:00 Uhr

Ihre Musik ist Rock, ihre Musik ist Punk, in jedem Fall aber laut. „Ja, das ist aber die einzige Musikrichtung, wo man noch was sagen kann. Wo man noch die Hoffnung hat, gehört zu werden“, sagt „Jo“, Gitarrist der Band „DonKanaille“, die in Gadebusch zu Hause ist. „Heutzutage ist es wichtiger denn je, seine Meinung kundzutun, denn es gibt immer mehr Missstände. Bei uns in Deutschland, in Europa, auf der ganzen Welt“, ergänzt Bassgitarrist „Lampe“.

Die beiden sind es auch, die die Texte schreiben. Gemeinsam mit Sänger „Mauzi“, Schlagzeuger „Dickie“ und Hintergrundsänger sowie Organisator „Andi“ haben sie „DonKanaille“ im Herbst 2012 gegründet. Von Beruf sind sie Heilerziehungspfleger, Programmierer, Uhrmacher, Gewerbetreibender. Heute im Alter zwischen 25 und 41 Jahren. Bis auf „Dickie“ spielte damals keiner von ihnen ein Instrument. „Punk kann jeder“, sagt Jo und fügt hinzu: „Wichtig sind die Texte und deren Inhalte.“ Er habe zuvor schon in einer anderen Band als Sänger gespielt und sich das E-Gitarre spielen selbst beigebracht. Man treffe sich einmal in der Woche zum Proben, dann werden zu den Texten verschiedene „Riffs“ auf Gitarre und Bass ausprobiert und wenn es passt, so eingeübt. „Wir wollen die Leute zum Nachdenken anregen und auf Dinge, die schieflaufen hinweisen, die oft gar nicht so gesehen werden oder in der Öffentlichkeit stehen“ erklärt Sänger Mauzi.

Mittlerweile haben sich die Fünf einen Namen gemacht, werden zu Konzerten und Festivals eingeladen, wie zuletzt zum JuRoTo im Bad Kleinener Ortsteil Gallentin. Gemeinsam mit zehn weiteren Gruppen heizten sie den rund 700 Festivalbesuchern ein. Das fand bereits zum 15. Mal statt. JuRoTo - das steht für Jugend rockt für Toleranz. „Solche Festivals sind wichtig, weil man sich da trifft und untereinander austauschen kann“, so findet Lampe.

Mit „Fuckingham Palace“ aus Wismar und „Side's of Unpleasant“ aus Grevesmühlen kamen nur noch zwei weitere Bands aus Nordwestmecklenburg. Die anderen reisten aus Goldberg, Rostock, Lübeck, Hamburg, Berlin und Stuttgart an, die Gruppe „Santo Machango“ sogar aus Barcelona in Spanien. Rund 30 ehrenamtliche Helfer vom Veranstalter JuRoTo e.V. sorgten für einen reibungslosen Ablauf. JuRoTo hat sich im Laufe der Jahre, angefangen hatte man 2002 in der Gaststätte „Waldeck“ am Bahnhof in Bad Kleinen, zu einem ernst zu nehmenden Musikfestival entwickelt. Einem, das von vielen Seiten Unterstützung erfährt. So gehören der Arbeitslosenverein, Ortsgruppe Bad Kleinen, die Gemeinde Bad Kleinen, der Landkreis Nordwestmecklenburg und zwei Unternehmen aus Wismar und Bobitz zu den Förderern und Sponsoren.

DonKanaille haben nicht das erste Mal dort gespielt. Un dass sie dort spielen durften, haben sie vor allem den Hörern dieser Art von Musik zu verdanken. „Wer hier auftritt, entscheiden in erster Linie die Besucher im Vorfeld, durch ihre Klicks und Vorschläge auf unserer Internetseite. Sie entscheiden maßgeblich, was sie hören wollen“, erklärt Thomas Eutin, Pressebeauftragter von JuRoTo.

Wesentlich dafür war sicherlich der Umstand, dass DonKanaille bereits eine CD produziert und damit ihren Bekanntheitsgrad gesteigert haben. „Neun selbst geschriebene Titel sind da drauf. Wir arbeiten aber schon an der zweiten, die in Kürze fertig sein wird“, weiß Jo zu berichten. Das Festival war für DonKanaille auch diesmal ein voller Erfolg. „Toleranz ist wichtig, in jeder Lebenssituation und jedem gegenüber. Mit einer Ausnahme: Den Intoleranten gegenüber darf es keine Toleranz geben", meint Lampe.

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