Demern : Sie schaffen das Miteinander

Zusammen mit anderen setzen sich Rainer Kluck, Yvonne Wulff und Karin Homann (v.l.) im Förderverein der Kirche ein.
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Zusammen mit anderen setzen sich Rainer Kluck, Yvonne Wulff und Karin Homann (v.l.) im Förderverein der Kirche ein.

Der Förderverein der Dorfkirche zu Demern hat sich ein Ziel gesetzt: Er will die Region kulturell bereichern und Begegnung ermöglichen

svz.de von
03. März 2018, 04:45 Uhr

Wenn die Mitglieder des Fördervereins der Kirche zu Demern über ihren Verein sprechen, dann fällt in jedem zweiten Satz ein Wort: Begegnung. „Wir wollten hier einen Raum der Zusammenkunft ermöglichen“, sagt Vereinsmitglied Rainer Kluck.

Das kann auf vielerlei Arten interpretiert werden. Einerseits auf den Kirchturm, der 2009 zu einem Wintergarten umgestaltet wurde. Oder auf die Begegnungen zwischen Jung und Alt in der Kirche. Aber auch ein philosophischer Ansatz ist in der Dorfkirche zu finden. Fördervereinsmitglied Yvonne Wulff begegnete ihrer Vergangenheit in Textform; die Resultate sind in dem künstlerisch gestalteten Wintergarten präsentiert. Wie ein Banner hängt die Poesie dort von dem grob verarbeiteten Gebälk.

Apropos Gebälk: „Die Kirche ist einzigartig, schon wegen des Dachstuhls ist sie erhaltenswert“, sagt Vorstandsvorsitzende Karin Homann. Der Verein stützt sich besonders auf die Sanierung und Erhaltung des Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert. Der künstlerisch-kulturelle Anspruch an den Raum ist aber ebenso Teil, wie das Kreuz. Auch dort findet sich erneut die Begegnung. Einerseits ein Altar mit traditionellen Heiligenbildern, andererseits moderne Interpretationen religiöser Themen bei Ausstellungen. So wurde zum Beispiel ein gusseiserner Engel im Kirchenschiff ausgestellt, ein Künstlerpaar interpretierte farbenfroh das Konterfei eines Apostels. „Begegnung auch zwischen Tradition und Neuheit“, wie Rainer Kluck weiß. Das sorgte auch schon für Diskussionen im Dorf. Eine Begegnung unterschiedlicher Meinungen. „Aber davon lebt Demokratie und genau das wollen wir mit unserer Kirche erreichen: Raum dafür zu schaffen“, berichtet der 59-Jährige.

Wichtig finden die Fördervereinsmitglieder, dass sie die Berührungsängste mit der Kirche abbauen können. „In meinem Beruf als Erzieherin erlebe ich es, dass wegen unserer DDR-Vergangenheit vor allem junge Erwachsene die Kirche noch als rotes Tuch sehen, mit einer gewissen Furcht“, sagt Yvonne Wulff. Die kulturelle Vielfalt in der Dorfkirche Demern kann hier Ängste abbauen. Wie zum Beispiel das erfolgreiche Lutheressen zum 500-Jahre-Jubiläum 2017. Aber: „Wir wollen keinesfalls missionieren. Viele der Mitglieder im Verein sind konfessionslos und einige bekennende Atheisten. Hier kann jeder mitmachen, ohne ein Glaubensbekenntnis abzulegen“, sagt Rainer Kluck. Besonders die gegenseitige Achtung der Vereinsmitglieder untereinander sei das A und O.

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