Menschen aus der Region : Sie hütet die Weihnachtsbraten

Sie sorgt für den Festtagsbraten: Juliane Robrahn führt fast zwei Jahren den Geflügelhof der Familie.
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Sie sorgt für den Festtagsbraten: Juliane Robrahn führt fast zwei Jahren den Geflügelhof der Familie.

Juliane Robrahn kümmert sich einen ganzen Sommer um 1500 Enten und 300 Gänse. Selbst am Heiligabend muss sie mit anpacken.

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06. Dezember 2014, 00:19 Uhr

Süßer Plätzchenduft, gemütliche Stunden vor dem Kamin oder lange Spaziergänge am Wochenende – das fällt bei Familie Robrahn schon seit Jahren aus. Denn in der Adventszeit herrscht auf dem Familienbetrieb ordentlich Bambule. Denn ab November ist bei Robrahn Schlachtezeit. „In etwa 1500 Enten und um die 300 Gänse ziehen wir auf, schlachten und verkaufen wir pro Jahr“, sagt Juliane Robrahn. Die 27-Jährige hat die Leitung des Geflügelhofes im Februar vergangenen Jahres übernommen. Ihr Vater hatte das Unternehmen 1992 gegründet.

„Ich bin quasi damit aufgewachsen und kenne diese sehr ruhige und besinnliche Weihnachtszeit gar nicht. Doch zwischen all dem Stress kommt ein bisschen das Gefühl für Weihnachten durch“, erklärt die Neuendorferin. Einmal das Geschäft zu führen, war ihr nach der Schule nicht gleich in den Sinn gekommen. „Ich habe zunächst etwas anderes studiert und dann drei Jahre im Büro gearbeitet. Doch dann habe ich gemerkt, dass das nicht so mein Ding ist“, erzählt Juliane Robrahn. Und obwohl es oft sehr stressig ist, genießt die junge Frau die Arbeit auf dem Geflügelhof. Die ersten Enten und Gänse kommen nämlich schon im April als Eintagsküken auf den Hof – bis Juli kommen immer wieder welche dazu. „Dann haben wir es in der Hand, womit sie gefüttert werden“, sagt sie und erzählt von den verschiedenen Futterstufen: „Bis zur fünften Woche bekommen sie ein Starterfutter, bis zur zehnten Woche ein Mastfutter und danach dann nur noch Weizen, der kommt aus dem Nachbarort, und eben das Grüne von der Wiese.“

Auf dem Geflügelhof können die Enten und Gänse unter freiem Himmel wachsen – eigentlich. Doch aufgrund der Vogelgrippe-Fälle ist die Freilandhaltung derzeit untersagt. Auch Robrahns müssen die Enten und Gänse im Stall halten. „Wir kriegen das hin, müssen jetzt auch nicht mehr Tiere schlachten als sonst. Wir haben genug Platz“, erklärt Juliane Robrahn. Sie hätte es für die Tiere jedoch besser gefunden, wenn ihnen noch vier Wochen auf der Wiese vergönnt gewesen wären. „Doch nun ist es so und wir halten uns dann an die Regeln. Irgendwie hat man es ja geahnt“, sagt sie. Mehr als vier Monate durften die Federtiere die grüne Wiese genießen. Aber jetzt ist bei vielen bereits der Kopf ab. Schlachten und rupfen geht ganz schnell: In zehn Minuten schaffen die Mitarbeiter vier Tiere. Es müsse schließlich schnell gehen bei rund 1800 Tieren.

„Wir haben jedes Jahr sehr viele Vorbestellungen, aber auch immer noch bis zum 23. Dezember Enten und Gänse vorrätig“, erzählt die 27-Jährige. Aber nicht nur für die Grundlage des Weihnachtsfestessens sorgt sie mit ihrem Team. „Wir werden auch ganz oft gefragt, wie man es denn anstellt, dass die Gans oder Ente schön knusprig wird und nicht zu zäh.“ Darauf weiß sie eine Antwort und verweist dann immer auf die Kochkünste ihrer Mutter. Denn die zaubert für jeden Essenswunsch der Robrahn-Kinder und Schwiegerkinder das entsprechende Weihnachtsgericht. „Ganz traditionell gab es sonst nur Äpfel und Backpflaumen als Beilage. Doch nun gibt es auch Klöße, Kartoffeln und selbstverständlich Rotkohl am ersten Festtag. Ein Gaumenschmaus, der sich zuvor redlich verdient wird.

Am Heiligabend wird auf dem Geflügelhof noch bis mittags gearbeitet. Und wenn dann die letzte Ente im Tiefkühler gelandet ist, zieht in der Krembzer Straße 7 in Neuendorf der Weihnachtsfriede ein.

Die Küchen-Tipps finden Sie in der Printausgabe vom 6. Dezember oder im ePaper.

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