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Erdbeerhof Hohen Wieschendorf : Senior-Chefin feiert 100. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Paula Elisabeth Glantz erlebte Krieg, Enteignung, Flucht sowie wirtschaftlichen Erfolg

Für die Einen ist sie die Senior-Chefin, für die Anderen ganz einfach „Ninchen“. Denn so wird Paula Elisabeth Glantz von ihrer Familie und Freunden seit jeher liebevoll genannt. Am Sonntag feierte die Senior-Chefin des Erdbeerhofs Glantz mit Betrieben in Delingsdorf bei Hamburg und Hohen Wieschendorf in MV ihren 100. Geburtstag.

Ihr jüngster Sohn heißt Enno Glantz und ist Chef des heutigen Erdbeer-Unternehmens. Über seine Mutter sagt der 71-Jährige voller Stolz: „Als mein Vater 1941 eingezogen wurde, hat sie das Gut Datzow auf Rügen, auf dem wir lebten und das neben dem Gut Hohen Wieschendorf ebenfalls in Familienbesitz war, bis Kriegsende alleine bewirtschaftet. Und nebenbei noch fünf Kinder liebevoll umsorgt.“

Nach dem Krieg gab es statt Erleichterung neuen Kummer. Das Potsdamer Abkommen zwang sie aus Angst vor den Russen zur Flucht aus der mecklenburgischen Heimat. Ihr ganzes Leben in eine einzige Kiste gepackt, verschlug es Ninchen Glantz zu ihrer Schwester nach Hamburg-Nienstedten.

Nachdem ihr Mann Günther Glantz aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte und einen Job als Gutsverwalter in Hamburg annahm, begann für Paula Elisabeth Glantz ein neues Leben.

1961 wagte das Paar den Schritt in die Selbstständigkeit und legte in Delingsdorf den Grundstein für den Erdbeerhof Glantz. Dabei war sich „Ninchen“ nicht zu schade, auf dem Feld zu helfen und Tag für Tag an einer Verkaufsstelle in Farmsen Erdbeeren anzubieten.

Damals wie heute legt das Unternehmen großen Wert auf Qualität. „Für einen Direktvermarkter, wie wir es sind, ist das Gesetz“, sagt Enno Glantz. Täglich werden insgesamt 260 Verkaufsstände zwischen Ostseeküste und Brandenburg, darunter 160 allein im Hamburger Raum, frisch beliefert. Eine Arbeit, die mit Unterstützung von 500 Erntehelfern und weiteren 250 Servicekräften im Verkauf gelingt.

Anfang der 1990er-Jahre hatten die Glantz’ das Gut Hohen Wieschendorf wieder in ihren Besitz nehmen können. Auf insgesamt 380 Hektar werden zur Zeit neben Erdbeeren auch Weihnachtsbaumkulturen, Getreide, Raps und Zuckerrüben angebaut.

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erstellt am 15.Mai.2016 | 05:31 Uhr

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