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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 02:38 Uhr

Fischotter : Seltenes Raubtier im Reservat

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In MV gelten Fischotter als stark gefährdet, im Biosphärenreservat Schaalsee wird Bestand der Marder-Tiere regelmäßig kontrolliert

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 16:00 Uhr

An meinem Job als Ranger im Unesco Biosphärenreservat Schaalsee mag ich eigentlich alles, aber eine Aufgabe gefällt mir besonders gut, das Fischottermonitoring.

Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, im Biosphärenreservat noch keinen Fischotter gesehen zu haben, aber es gibt ihn hier. Das ist nicht selbstverständlich, nach Schätzungen leben in Deutschland nur noch weniger als 2000 Tiere dieser Art.

In Mecklenburg Vorpommern gilt der Fischotter, der zu den Raubtieren, genauer gesagt zu den Mardern, zählt, als stark gefährdet. In einigen anderen Bundesländern ist er vom Aussterben bedroht.

Wir wissen durch den regelmäßigen Nachweis von Trittspuren und Kot, dass an mehreren Gewässern im Biosphärenreservat Schaalsee Fischotter leben. Wie viele es sind, kann man daraus allerdings nicht ableiten denn die eher nachtaktiven Tiere können in einer Nacht mehr als 20 Kilometer zurücklegen und dabei an mehreren Stellen ihre Markierungen hinterlassen.

Seit 2003 beteiligt sich das Biosphärenreservatsamt am Fischottermonitoring des Landes MV. Dazu wurde für das Gebiet ein Messtischblattraster, bestehend aus 51 „Kacheln“, angelegt und in jedem dieser 51 Felder eine Probestelle bestimmt; vorwiegend an Gewässerufern, Gräben, Kleingewässern und Brücken. Diese Probestellen werden durch die Ranger viermal im Jahr auf Otterhinweise kontrolliert. Kotmarkierungen, Futterreste und Trittspuren belegen, dass mehr als die Hälfte der Kontrollstellen regelmäßig frequentiert werden.

Erfreulich ist, dass in den letzten Jahren im Biosphärenreservat keine Totfunde des Otters mehr zu verzeichnen sind. Entscheidend dazu beigetragen hat sicher, dass die Biosphärenresevatsverwaltung sämtliche Brücken im Gebiet mit sogenannten Otterbermen ausgestattet hat. Trifft ein Fischotter auf seinen Wanderungen entlang der Bäche und Flüsse auf eine Brücke, dann unterquert er diese nur, wenn das trockenen Fußes möglich ist. Er vermeidet es, unter einer Brücke hindurch zu schwimmen. Fehlen entsprechend große Trittsteine oder Laufbretter (Otterbermen) wählt er den Weg über die Brücke – und wird dabei nicht selten Opfer des Straßenverkehrs.

Jahrhundertelang wurde der Otter als Fischräuber massiv bejagt, später sein Lebensraum durch Übernutzung durch den Menschen zerstört. Erst als es fast zu spät war, setzte ein Umdenken ein und die Tierart wurde unter Schutz gestellt.

Erfreulicherweise ist zur Zeit in Deutschland ein leichter Zuwachs im Fischotterbestand zu beobachten. Ich bin daher optimistisch, dass mir in Zukunft beim Fischottermonitoring auch mal ein Otter begegnen wird.

Hintergrund:

Holger Quardokus ist von Beruf Forstingenieur.  Er ist für die   Besucherbetreuung, Umweltbildung, Umweltbeobachtung und das Monitoring, sowie die Landschaftspflege und Kontrollen zur Einhaltung des Naturschutzgesetztes im Biosphärenreservat zuständig. Ranger sind die ersten Ansprechpartner für die Bürger in allen Fragen, die den Naturschutz im Biosphärenreservat betreffen. Weitere Infos gibt es   unter  dem Link: www.schaalsee.de

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