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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 12:25 Uhr

Rehna : Sehr seltene Funde am Pilztag

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Auf Initiative von Karin Montag aus Bayern wurde erstmals ein europaweiter Ehrentag ins Leben gerufen

Für alles Mögliche und Unmögliche gibt es „Ehrentage“, nur den Pilzen war dies bisher vergönnt. Doch nun wurde erstmals ein europäischen Pilztag ins Leben gerufen. Und das in einem Monat, in dem die Pilze eigentlich nur so „schießen“. Doch ausgerechnet in diesem Jahr, wo man von Lissabon bis Warschau den Pilzen huldigen wollte, da macht sich große und anhaltende Trockenheit breit.

Der in Hamburg lebende, ehemalige Rehnaer Schüler Alexander Glomb vom Rehnaer Pilzverein „Heinrich Sternberg“ e.V. ließ sich dennoch nicht verschrecken und machte sich auf Pilzexkursion – und das mit Erfolg. Es gab zwar keine Speisepilze, aber bei sommerlichen Temperaturen und ausgetrockneten Böden entdeckte er allerlei Täublinge und mehrere seltene Schönfuß-Röhrlinge (lat.. Boletus calopus). Der Blauender Röhrling ist ein Paradebeispiel dafür, dass nicht alle Röhrlinge essbar sind. Der Schönfuß-Röhrling ist bitter und somit ungenießbar, aber ziemlich selten und deshalb auf der Roten Liste der Großpilze Deutschlands.

Auf einer alten Brandstelle im Wald wurde es dann spannend. Kleine Becherlinge tummelten sich auf den verkohlten Resten der Feuerstelle. Die Pilze wurde vom Vereinsvorsitzenden Torsten Richter mikroskopiert und konnten alle bestimmt werden, d.h. sie bekamen einen Namen.

Mit seinem gelbgrünlichen Aussehen ist der Brandstellen-Kotling (lat.: Ascobolus carbonarius) besonders unter dem Mikroskop eine Schönheit. Violette Sporen mit einem schönen grobwarzigen Ornament. Die Art wurde laut Prof.Dr.Hanns Kreisel (2011) seit 1975 nicht mehr in Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Damals entdeckte der Berliner Mykologe Dr. Dieter Benkert die Art auf der Insel Hiddensee.

Ebenfalls selten der Rundliche Borstling (lat.: Trichophaea abundans). Wie der Name es schon andeutet, der kleine graubraune Becher hat lange hyaline Haare und bewohnt alte Brandstellen. Auch der kleine Borstling wurde in Mecklenburg-Vorpommern schon lange nicht mehr gesichtet. 1973 fand ihn ein Holländer. Prof. Dr. Jan Johannes Barkmann (Utrecht) entdeckte den Borstling bei Waren. Kurzum, einige schöne Funde konnten zu Ehren des europäischen Pilztages wieder einmal in unserer Heimat gesichtet werden. Mal sehen, was der Rest des Jahres noch an Pilzen bringt.

 

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