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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 20:22 Uhr

Wismar : Segeln im Geiste alter Traditionen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der als Poeler Kogge bekannte mittelalterliche Nachbau „Wissemara“ segelt seit mehr als zehn Jahren auf Erfolgskurs

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Die Jahre vergehen und die „Wissemara“ segelt unaufhaltsam, ihrer Bestimmung folgend, auf den Spuren der Hanse. Längst haben tausende Bordgäste aller Altersgruppen die wuchtige und seetüchtige Kogge mit ihrer gastfreundlichen Crew kennen gelernt. Jetzt ist bereits abzusehen, dass auch dieses Vereinsjahr mit guten Ergebnissen endet. Gut gebuchte Törns und einmal mehr besondere Reisehöhepunkte, wie die Teilnahme an den Hansetagen im holländischen Kampen, Hafenfeste oder die bereits traditionelle Präsenz zur Hanse Sail in Rostock, haben dazu beigetragen.

Stammbesatzung bei Wind und Wetter

Bisher gab es 144 Segeltage, wie der Vorstand des Fördervereins aktuell bilanziert. Zudem ist es ein Verdienst des aktiven Kerns, einer gut etablierten und von Leidenschaft geprägten Stammbesatzung, dass nennenswerte Reparaturen dank ständiger Pflege und Wartung des Schiffes ausblieben. Damit haben sich die Koggenfreunde Angehörigen zum Saisonabschluss einen Extra-Törn mitverdient, der am Wochenende stattfand.

Beim Blick zurück in die Vergangenheit bleibt vor allem die Zeit der Bauphase unvergessen. Und vielleicht mag sich insbesondere jemand aus dem Team der einstigen Koggenbauer an die Geburtsstätte der Kogge erinnern.

Denn der Bauplatz befand sich direkt am Wismarer Alten Hafen. Während der mühsamen Arbeit benötigten die damals dort Tätigen von 2001 bis 2006 einen langen Atem. Mit einfachen Werkzeugen wie einst, verrichteten sie Schiffbau im Sinne einer experimentellen Archäologie. Tugenden wie Mühe, Schweiß, Ausdauer und oftmals viel eigene Körperkraft waren ihre ständigen Begleiter.

Immer dabei: tausende von interessierten Besuchern, von denen viele häufig wiederkamen, um den Bootsbauern bis zur letzen Planke über die Schultern zu schauen. Im Ergebnis entstand nach mehr als fünf Jahren Bauzeit eine schwimmende Botschafterin Wismars, die den maritim-hanseatischen Gedanken inzwischen seit mehr als zehn Jahren über die Ost- und Nordsee trägt. Dabei legte der als Poeler Kogge weit über die regionalen Grenzen bekannte Rahsegler etwa 36 000 Seemeilen zurück. Damit hätte das Schiff den Äquator mehr als eineinhalb Mal umrundet.

Etliche Schiffbauer der ersten Stunde bilden auch weiterhin den Kern der ehrenamtlichen Besatzungsmitglieder. Zudem unterstützen mehr als 330 fördernde Vereinsmitglieder die besondere Art der maritimen Traditionspflege.


 

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