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53 Stationen an Nord- und Ostsee : Seenotretter starten von der Insel Poel aus

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Das 25-köpfige Team der ehrenamtlichen Seenotretter vom Poeler Hafen Timmendorf stechen in See. Das Team hat in diesem Jahr kein Menschenleben zu beklagen und so soll es natürlich weitergehen.

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erstellt am 23.Nov.2011 | 10:20 Uhr

Timmendorf/Poel | "Menschenleben haben wir in diesem Jahr nicht zu beklagen und diese Hoffnung steht bei unseren Einsätzen immer ganz vorne an." Das ist die gute Nachricht von Vormann Joachim Woest(63). Und wie wichtig dies ist, kann der Chef des derzeit 25-köpfigen Teams der ehrenamtlichen Seenotretter vom Poeler Hafen Timmendorf besonders kompetent beurteilen. Schließlich ist der waschechte Poeler selbst seit 43 Jahren in diesem Ehrenamt aktiv.

Wie alle anderen 53 Stationen der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Nord- und Ostsee, erfüllen auch die Poeler Seenotretter damit seit Jahr und Tag verantwortungsvoll und uneigennützig den freiwilligen Dienst zum Allgemeinwohl. Zu den 61 leistungsfähigen Einheiten der gesamten DGzRS- Flotte, angefangen vom kleinen Fahrzeug bis hin zum 46-Meter-Seenotkreuzer, gehört auch das Poeler Seenotrettungsboot "Günther Schöps". In den ersten zehn Monaten dieses Jahres fuhr die wechselnde Besatzung mit dem fast neun Meter langen Fahrzeug mehr als 50-mal zu Einsätzen hinaus, einschließlich Kontrolltörns. "Am häufigsten handelte es sich dabei um Hilfeleistungen", fasst Woest die Aktivitäten auf See zusammen. Dabei ging es meist um das Frei- und Abschleppen von Fahrzeugen der verschiedensten Art, darunter vor allem private Fahrzeuge. Dabei rutschte so mancher Freizeitkapitän ganz unvermittelt mit seinem Boot oder seiner Yacht auf Untiefen vor der Wismarbucht und kam allein nicht mehr frei. Andere Gründe der Hilfeleistung waren technische Defekte in Verbindung mit dem Schiffsantrieb.

Wer sich für dieses Ehrenamt entscheidet, ist auch weiterhin bei den "maritimen roten Engeln" gern willkommen. "Auf jeden Fall", unterstreicht der Vormann bei jeder Gelegenheit. Denn hilfreicher Nachwuchs ist immer gern gesehen. Allerdings mache es nur Sinn, wenn dieser aus der näheren Umgebung komme und nach entsprechender Ausbildung auch in den ständigen Bereitschaftsdienst aufgenommen werden könne. Neben der aktiven Tätigkeit ihrer Mitglieder ist die DGzRS auch weiterhin auf Spenden angewiesen. Bundesweit stehen derzeit etwa 800 freiwillige Helfer für Hilfeleistungen auf See in Bereitschaft. Die gesamte Flotte war 1958 Mal im Einsatz. Insgesamt 1291 Personen profitierten dabei in verschiedenster Weise von der Hilfe der Seenotretter. Menschen auf See zu helfen, hat auch auf der Insel Poel eine lange Tradition. Sie reicht in ihren Anfängen bis in das Jahr 1869 zurück.

Im Juli 2001 weihte die DGzRS auf Poel im Mecklenburger Verbund das neue Domizil in Timmendorf als 16. Station ein. Obwohl die Ehrenamtler bereits am 23. Juni 1992 das moderne Rettungsboot "Günther Schöps"" übernahmen, gab es lange Zeit nur einen größeren Bootsschuppen für die Seenotretter. Dienstberatungen fanden deshalb in der nahe gelegenen Gaststätte "Haus Seeblick" statt. Doch auch dies ist seit zehn Jahren Geschichte.

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