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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 10:46 Uhr

Nordwestmecklenburg : Seeadler mit Platzbedürfnis

vom

Wird der Seeadler besser geschützt als der Mensch? Hansjörg Rotermann will das nicht glauben. Der Vorsitzende des Umweltausschusses findet, ein bisschen viel Naturschutz, ein bisschen wenig Schutz für die Anwohner.

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erstellt am 29.Jul.2013 | 05:54 Uhr

Breesen | Wird der Seeadler besser geschützt als der Mensch? Hansjörg Rotermann will das nicht glauben. Der Vorsitzende des Umweltausschusses des Kreistages findet, ein bisschen viel Naturschutz ein bisschen wenig Schutz für die Anwohner. "Das ist doch für keinen verständlich", sagte Rotermann. Die Abgeordneten diskutierten die Rahmenbedingungen für neue Windenergie-Eignungsgebiete. Ein sperriges Wort, das in einigen Gemeinden im Landkreis für viel Ärger sorgt.

Die "Richtlinie zum Zwecke der Neuaufstellung, Änderung und Ergänzung Regionaler Raumentwicklungspro gramme" vom Wirtschaftsministerium in Schwerin definiert Hinweise, die landesweit gelten sollen. So soll der Abstand zur Wohnbebauung 1000 Meter betragen, zu Splittersiedlungen und Einzelhäusern 800 Meter. Zum Horst eines Seeadlers sollen es hingegen 2000 Meter sein und zu einem Schreiadler mit Waldschutzareal sogar drei Kilometer. "Wir müssen uns fragen, ob wir die richtigen Schwerpunkte setzen", sagt Rotermann kritisch. "So können wir an die Sache nicht herangehen."

Anlass für die Diskussion ist die anstehende Novellierung des Regionalen Energiekonzepts. Sie soll den Fahrplan bis 2016 festlegen. Am Regionalen Planungsverband Westmecklenburg sind neben Vertretern aus Nordwestmecklenburg auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim, die Kreisstadt Wismar und die Landeshauptstadt beteiligt. Sie müssen festlegen, welche Bedingungen künftig in Sachen Strom aus Windenergie gelten sollen. Deshalb befinden sich Ausschuss und Kreisverwaltung gerade im Meinungsbildungsprozess. Im Laufe des Jahres kann dann der Kreistag seinen Vertretern in der Versammlung des Planungsverbands eine Empfehlung für die Abstimmung mit auf den Weg geben. Das letzte Wort spricht allerdings die Versammlung. Die Gemeinden werden dann im Laufe des Verfahrens beteiligt.

Die Frage möglicher Eignungsgebiete spaltet bereits jetzt einige Gemeinden. In Rieps gründete sich die Interessengemeinschaft Windkraft, die verhindern will, dass die Gemeinde sich zu einer Mitwirkung an der Errichtung von acht Windkraftanlagen im Gemeindedreieck Rieps-Thandorf-Schlagsdorf entschließt. Die Einwohner sammelten Unterschriften und rangen den Gemeindevertretern eine gemeinsame Arbeitsgruppe ab. So soll ein Kompromiss in dem Streit gefunden werden. Das 90 Hektar große Areal im Gemeindedreieck Rieps-Thandorf-Schlagsdorf ist ein mögliches Windenergie-Eignungsgebiet. Das Unternehmen Nordwind möchte dort acht Anlagen aufbauen. Einige Einwohner befürchten, dass Lärm und der Schattenwurf der Anlagen sie belästigen können.

In Nordwestmecklenburg gibt es zurzeit 15 Windenergie-Eignungsgebiete. Mit der Novellierung des Energiekonzeptes wird diese Zahl steigen.

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