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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 00:22 Uhr

Sicherheit : Schwimmen lernen im Ploggensee

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Roggendorfer Schüler müssen nach Grevesmühlen

svz.de von
erstellt am 28.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Das Mädchen zögert nur kurz – dann springt es vom hölzernen Steg in den Ploggensee, taucht unter Wasser und nur Sekunden danach wieder auf. „Sie ist noch nie vorher gesprungen und jetzt macht sie es einfach“, sagt Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer Reinhard Galda. Noch viel wichtiger: Die Viertklässlerin der Grundschule Roggendorf hat, wie viele ihrer Klassenkameraden, die Angst vor dem Wasser verloren.

Das war vor nicht einmal fünf Tagen noch ganz anders: Vier Kinder der Klasse waren sicher im Wasser, zwölf nicht – und das, obwohl viele von ihnen bereits die Frühschwimmer-Prüfung Seepferdchen abgelegt haben. Ein deutlicher Hinweis, wie wichtig der Schwimmunterricht in der Grundschule ist. Doch genau der war in Roggendorf bedroht: Weil die Schwimmhalle in Schwerin Lankow, in der die Schüler aus Roggendorf bisher schwimmen lernten, keine Kapazitäten mehr hatte, musste die Schule sich eine Alternative suchen. Denn der Schwimmunterricht ist für Schulen verpflichtend in den Rahmenrichtlinien für den Sportunterricht festgelegt. „Nachdem ich verschiedene Stellen angesprochen habe, ist der Kontakt zu Reinhard Galda entstanden“, erzählt Schulleiterin Petra Hering. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn gefunden haben.“

Seit 40 Jahren gibt der Lehrer, der mittlerweile in Altersteilzeit ist, Schwimmunterricht im Freibad am Ploggensee. Den Kurs für die Roggendorfer Schüler leitet er in seiner Freizeit. „Dass Kinder schwimmen lernen ist enorm wichtig. Wir sind hier in Mecklenburg, hier gibt es extrem viele Gewässer.“

In dem eineinhalbwöchigen Kurs sollen die Viertklässler die Angst vor dem Wasser verlieren – „zugleich aber immer den Respekt behalten“, so Galda. Außerdem schule er sie in Schwimmtechniken, so dass sie durch weiteres Üben zu sicheren Schwimmern würden. Dabei befürwortet Galda, Leiter der Arbeitsgruppe Schulschwimmen/ Rettungsschwimmen im Landkreis, den Schwimmunterricht im See ganz deutlich. „Kinder sollten dort schwimmen lernen, wo sie auch schwimmen gehen und das sind hier bei uns nun mal die Seen“, sagt er.

Nur so seien sie auf die speziellen Bedingungen von Seen – an den Untergrund, an mögliche unterschiedliche Tiefen oder an Pflanzen im Gewässer – vorbereitet. Er freue sich über die Initiative der Schule. „Die Kinder wurden im Sachkunde-Unterricht sogar bereits zwei Monate theoretisch vorbereitet“, lobt er. Und ist deshalb auch optimistisch, was die Entwicklung der Viertklässler angeht: „Ziel ist, dass mindestens acht von ihnen am Ende das Schwimmabzeichen in Bronze ablegen können, sechs das Seepferdchen“, so Galda.

Er warnt zugleich: „Man muss sich darüber bewusst sein, dass das Seepferdchen kein Schwimmabzeichen ist, es bedeutet nur, dass die Kinder einen gewissen Fortschritt erlangt haben.“ Kinder, die nur das Seepferdchen hätten, seien nicht schwimmsicher. „Sie dürfen nicht ohne Aufsicht schwimmen“, betont Galda.

Auch Marcella Frech, Klassenlehrerin der Viertklässler aus Roggendorf, appelliert an die Eltern: „Dass so viele Kinder aus der Klasse Seepferdchen haben und doch nicht schwimmen können, fiel auf“, sagt sie. Es sei die Pflicht der Eltern, sich darum zu kümmern, dass die Kinder sicher schwimmen könnten, während in den Schwimmhallen darauf geachtet werden müsse, dass Kinder Prüfungen wie das Seepferdchen nur bestehen, wenn sie auch sicher schwimmen könnten. „Ich finde es schön, wenn man das früher macht, wenn die Kinder also in die Schule kommen und schon schwimmen können. Eltern müssen dafür mit ihren Kindern üben und selbst mit ihnen baden gehen.“

Das Freibad am Ploggensee bietet in den Sommerferien Schwimmkurse für Anfänger an. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 0152-27 63 15 90.

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