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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 14:09 Uhr

Puppentheater : Schwerstarbeit mit kleinen Stars

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Patrick Welp spielt bereits in der siebten Generation Puppentheater und liebt es noch immer.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2015 | 12:00 Uhr

„Das Schönste an meinem Beruf ist, dass ich Kindern eine Freude bereiten kann und jeden Tag neue Gesichter sehe“, schwärmt Puppenspieler Patrick Welp kurz vor seinem gestrigen Auftritt in der Gadebuscher Feuerwehr. Mit nur zwei Helfern stellte er innerhalb kürzester Zeit die große Puppenbühne und einen Stand voller Leckereien für die Kinder auf. Das mache wohl die Gewohnheit, denn als hauptberufliche Schausteller seien er und sein Team immer unterwegs.

Etwas anderes wollte der heute 31-Jährige aber nie werden. „Als Schausteller kann man sich nur schwer vorstellen, in einem Haus zu wohnen und einem ,normalen‘ Job nachzugehen“, erklärt er. Seine Familie tritt nun schon in siebenter Generation mit Marionettentheater, Stab- und Handpuppen auf. „Meine Eltern beispielsweise spielen nur Marionetten. Aber das ist wohl eine Frage der Gewohnheit. Ob man die Puppe nun nach oben, oder nach vorne führt, für die Schultern ist beides anstrengend.“

Recht hat er, denn die aus Lindenholz handgeschnitzten Puppen wiegen zwischen drei und acht Kilogramm. Trotzdem kümmern sich Patrick Welp und seine Familie rührend um ihre kleinen „Stars“. Alle halbe Jahre werden die Holzgesichter aufgefrischt. Manchmal müssen neue Kleider her. „Die nähen unsere Frauen“, ergänzt der 31-Jährige. Seine liebste Puppe ist der Kasper, da ihn auch die Kinder am meisten lieben. Doch eigentlich, so sagt er, sind ihm alle Handpuppen ans Herz gewachsen.

Worauf es beim Puppenspiel ankommt, weiß der Schausteller genau: „Sobald man eine Puppe spielt, muss man die Puppe sein.“ Es würde nichts bringen, die Figur nur hochzuhalten. Und das würden auch die Kinder schnell merken.

Im Jahr spielen er und sein Team etwa zehn verschiedene Stücke vor Publikum. Da summieren sich die Auftritte im Jahr schnell mal zu über hunderten. Patrick Welps liebstes Stück aber bleibt das Rumpelstielzchen. „Diese Geschichte hat eine sehr spannende Handlung, die Kinder können viel mitmachen und es gibt ein Happy End“, begründet er seine Vorliebe.

Gestern Abend spielten er und sein Bruder Marcel das Stück „Leo der Löwe ist los“. Darin bricht der junge Löwe vor lauter Langeweile aus dem Zoo aus, um die Welt zu erkunden. Doch ein Tierfänger bekommt ihn zu fassen und will Lösegeld vom Zoodirektor erpressen. Ob Kasperle das aufklären kann?

 

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