Gadebusch : Schwedenschlacht neu betrachtet

Blumen für Autor Reno Stutz (r.) von Klaus Leuchtemann und Klaus-Jürgen Ramisch zum Erscheinen des Buches bei der Präsentation im Rathaus-Foyer. Fotos: volker Bohlmann
1 von 2
Blumen für Autor Reno Stutz (r.) von Klaus Leuchtemann und Klaus-Jürgen Ramisch zum Erscheinen des Buches bei der Präsentation im Rathaus-Foyer. Fotos: volker Bohlmann

Gadebusch würdigt die wissenschaftliche Arbeit von Historiker Reno Stutz . Kulturhistorischer Verein von 1712 legte den Grundstein

von
24. April 2015, 00:58 Uhr

Die Schwedenschlacht bei Gadebusch ist ab sofort Bestandteil der Universitätsbibliotheken in Deutschland. Genau genommen in Form der „Publikation des Lehrstuhls für Nordische Geschichte“ der Ernst Moritz-Arndt Universität Greifswald.

Im Foyer des Rathauses zu Gadebusch würdigten Bürgermeister Ulrich Howest und die Initiatoren der in Gadebusch durchgeführten internationalen Konferenz zur Schwedenschlacht das nun vorgelegte Ergebnis, das Buch über die Ereignisse im Jahr 1712. Eine wissenschaftliche Darstellung der Schlacht und die Folgen von Herausgeber Dr. Reno Stutz.

Auf 274 Seiten erfahren die Leser zahlreiche Details, die zur letzten großen Feldschlacht während des nordischen Krieges auf Mecklenburger Territorium im Dezember 1712 geführt haben. Hinzu kommen zahlreiche Erkenntnisse über das Leben und das Leid der Menschen vor Ort. „Die Beräumung des Schlachtfeldes und die Verwundetenversorgung ist ein wichtiges Thema“, sagt Mitautor Karl-Heinz Steinbruch, der für seine Zuarbeit neue Quellen im Landeshauptarchiv und in Dänemark ausmachte. „In Kopenhagen fanden sich Akten über das Lazarett bei Gadebusch“, so Steinbruch. Einen Tag habe er sich im dänischen Reichsarchiv „eingeschlossen“ und die Aufzeichnungen durchgearbeitete. Weiterhin beteiligt ist Torsten Fried, Dozent der Universität Greifswald und Leiter des Münzkabinetts in Schwerin.

„Es freut mich, heute dieses Buch vorlegen zu können. Es ist ein Ergebnis der internationalen Konferenz mit Referenten aus Skandinavien und Deutschland“, so Stutz, der ebenso der Stadt Gadebusch und dem Landkreis Nordwestmecklenburg für die Zusammenarbeit dankte. Vor allem habe aber Klaus Leuchtemann „als ungewöhnlicher Gastwirt“ eine Menge zur Aufarbeitung beigetragen. Nicht weniger Dank richtete Stutz an den Kulturhistorischen Verein von 1712, der die gesamte Vorarbeit für die historische Aufarbeitung bewerkstelligte.

Bei der Vorstellung des Buches waren Vertreter des Vereins allerdings nicht anwesend. Zu unterschiedlich seien die Wünsche und Charaktere gewesen, so Reno Stutz.

An der Qualität und Inhalt des wissenschaftlichen Werkes zweifelt allerdings niemand. Zumal die internationale Konferenz und das wissenschaftliche Werk einen erheblichen Wissenszuwachs kulturhistorisch interessierten Menschen beschert. Das nicht allein im Ergebnis der bildgewaltigen Nachstellung der Ereignisse von 1712 anlässlich 300 Jahre Schwedenschlacht im Jahr 2012. Mehr als 6  000 Besucher verfolgten das historische Spektakel bei Wakenstädt.

Im Ergebnis der über Jahre andauernden Arbeit liegen eine Videoproduktion, das Heimatheft „Einblicke“ und die wissenschaftliche Arbeit der Ernst-Moritz-Arndt Universität vor. Ein gutes Fundament für Zukunftsprojekte, wie der Sachgebietsleiter Kultur, Klaus-Jürgen Ramisch betonte. Für ihn wäre es allerdings schön, wenn das Schlachtfeld und die Geschichte auch außerhalb der Debatten um Windeignungsgebiete einen besonderen Stellenwert in Gadebusch behalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen