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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. Oktober 2017 | 19:26 Uhr

Zielsicher : Schuss ins neue Jahr

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher Sportschützen trafen sich an der Waldbühne, um sich für das neue Jahr einzuschießen

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2014 | 22:45 Uhr

Kaum waren die letzten Silvesterböller verschossen, ließen es die Gadebuscher Sportschützen im Rahmen ihres Neujahrsschießens noch einmal ordentlich krachen. Auf den Schießbahnen an der Waldbühne trafen sie sich am Wochenende, um das noch junge Jahr standesgemäß mit Schüssen aus Kleinkaliber- und Luftgewehr zu begrüßen.

Die Gadebuscher Schützenzunft von 1583 ist ein traditionsreicher Verein. Bis 1876 reicht allein die Königstafel in der Schützenklause zurück. Bei Kriegsbeginn 1939 wurde der Verein zwar aufgelöst. Im Zuge der Wende kam es 1991 jedoch zur Neugründung und schon 1992 schoss sich der erste Schützenkönig wieder ins Amt.

Jürgen Lienshöft, 2006 auf dem Königsthron, ist seit Neugründung dabei. „Aus Spaß an der Freud“, wie er sagt. Der Gadebuscher, dem man die 73 Jahre nicht ansieht, ist 1. Schützenoberst und intern zuständig für Organisation und Terminkalender der Sportschützen. Nach außen ist er der Repräsentant des Vereins. Zusammen mit dem 2. Schützenoberst, Lutz Kidawa (68) aus Schwerin, der 2001 die Königswürde trug.

Der Terminkalender ist prall gefüllt: Neujahrs- und Osterschießen, Vereins- und Landesmeisterschaften oder Königsschießen finden sich dort ebenso wie Treffen mit anderen Schützenvereinen in ganz Deutschland und Europa. Vor allem aber „menschelt“ es im Verein.

Die Ratzeburgerin Silke Steinfeld stieß vor zwei Jahren dazu. Das Schießen liegt bei ihr in der Familie: 2010 war ihr Vater Schützenkönig. „Hier hilft jeder jedem, alle sind füreinander da. Es gibt einen großen Zusammenhalt!“ Dies, so sagt sie, sei nicht selbstverständlich, und der Grund, warum sie sich gegen die Ratzeburger Schützen entschied. Dort gehe es distanzierter zu. „Wir sind immer offen für Gäste, die uns kennenlernen wollen“, erklärt Silke Steinfeld. Sie klemmt einen der Zielscheibenstreifen in die Halterung, dann fährt ein Schlitten den Streifen zur zehn Meter entfernten Wand und das Gewehr kann abgefeuert werden.

Nicht nur offen für Gäste ist man, auch für neue Ideen: Im vergangenen Jahr wurde das Bogenschießen als neue Sparte in den Verein integriert. Damit hofft man auch jüngere Mitglieder anzusprechen, denn Jugendliche haben zurzeit wenig Interesse am Sportschießen. „Meine Kumpels haben keine Lust dazu“, erzählt Max Großmann. Der 15-Jährige ist einziger Jungschütze des Vereins.

„Einige tausend Schuss gibt jeder pro Jahr ab“, sagt Martin Lukat, der Schützenkönig von 2007. Der 32-Jährige verwaltet als Schießmeister Gewehre, Pistolen und Munition. Er ist einer der jüngeren Schützen und einer der besten dazu. Um ihn herum sind die Wände der Schützenklause tapeziert mit Urkunden, viele davon tragen seinen Namen, auch die Siegerurkunde der Landesmeisterschaft 2013.



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