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Keine Chance für Brech-Epidemie : Schulessen mit Regionalprodukten

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"Erdbeeren aus China? So etwas kommt bei uns nicht auf den Tisch", sagt Cindy Burmeister von der Menüfactory Gadebusch. Regionalität ist die Basis für ein gesundes Mittagessen in den Schulen und Kitas der Region.

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erstellt am 11.Okt.2012 | 07:06 Uhr

Gadebusch/Grevesmühlen | "Erdbeeren aus China? So etwas kommt bei uns nicht auf den Tisch", sagt Cindy Burmeister, Geschäftsführerin der Menüfactory Gadebusch. Regionalität und vor allem landwirtschaftliche Produkte aus Deutschland seien die Basis für ein gesundes Mittagessen in den Schulen und Kindertagesstätten der Region. Die Chefin von Menüfactory sieht darin einen wesentlichen Beitrag, jüngste Ereignisse wie beim Caterer Sodexo zu vermeiden. Der hatte tiefgefrorene Erdbeeren aus China verarbeitet, die Auslöser einer Brech-Epidemie in Ostdeutschland waren.

Das Gadebuscher Unternehmen setzt auf kurze und nachvollziehbare Handelswege. "Wir kennen unsere Erzeuger. Die kommen beispielsweise aus Plate. Dort beziehen wir täglich unsere Kartoffeln und Salat", sagt Burmeister. Gemüse oder gegebenenfalls Erdbeeren sind Tiefkühlwaren aber "mit nachvollziehbarer Kennzeichnung und Herstellerland Deutschland", so Burmeister

Vier Kindereinrichtungen versorgt das Gadebuscher Unternehmen in Dassow, Gadebusch und Rehna. Rund 550 Essen verlassen werktags die Küche auf dem Schlossberg. "Unsere Fachkräfte starten morgens um 6 Uhr mit den Vorbereitungen für das Mittag. Das erste Essen verlässt um 11 Uhr die Küche", so die 38-jährige Chefin. Alles streng kontrolliert, damit das Essen an der Ausgabe heiß, mit 80 Grad Celsius, auf die Teller gelangt. Fertigmenüs erteilen Burmeister und die Kochmannschaft auf dem Schlossberg eine Absage. Eigene frisch zubereitete Kreationen beispielsweise bei Klopsen, Soßen und Salaten kommen auf dem Speiseplan. "Der hat einen Rhythmus von zirka sieben Wochen", sagt Burmeister. Dennoch bleibe ausreichend Spielraum, um den Ansprüchen von Allergikern gerecht zu werden. "Eltern sind uns dankbar, wenn wir beispielsweise bei Laktoseintoleranz gesondert das Essen bereiten",so Bur meister. Allen Kindern stehen zwei Mahlzeiten und ein Salat zur Auswahl.

Mit weit mehr als 4000 Essenportionen beliefert die "MV-Tischlein deck dich" GmbH Grevesmühlen Schulen und Kindereinrichtungen zwischen Rostock, Schwerin, Wismar, Lübeck und Gadebusch. In absehbarer Zeit wird Neustadt Glewe als weiterer Lieferpunkt hinzu kommen. Das in Hamburg gegründete Unternehmen produziert seit zehn Jahren am Standort Grevesmühlen und bietet vier Gerichte an. Tischlein-deck-dich-Mitarbeiterin Eveline Glamann hält regional grundsätzlich für gut, "allerdings kann MV die Vielfalt im Essenprogramm nicht abdecken". Unternehmen wie Rewe sichern beim Grevesmühlener Caterer die Warenlieferungen. Ein Unternehmen, das vor Orte einkaufe und auf die Zertifizierung achte, so Geschäftsführer Hans-Joachim Degener. Alles werde frisch geliefert, auch die 700 Kilogramm Kartoffeln, die täglich verarbeitet werden. Grundsätzlich verarbeite man im Gemüsebereich Tiefkühlware. Die sei frisch und vitaminreich. Wer mit dem Grevesmühlener Essenversorger kooperieren will, der "muss alle notwendigen Zertifikate vorweisen", betont Degener. So umfasst der Anforderungskatalog für Lieferanten allein fünf Punkte, die lückenlose Nachweise ermöglichen sollen, bevor eigene Kontrollmechanismen wie die Überwachung der Warenlieferung bis zur Ausgabe bei den Kindern, Kontrolle von Gar-Temperaturen, Lagerkontrollen und Rückstellproben ausgelieferter Waren greifen. Nur so werde man dem hohen Anspruch gerecht, meint Glamann. Bei wichtigen Themen informiere man die Eltern über die Internetseite oder beantworte Fragen am Telefon.

Für Glamann und Team ist nach eigenen Angaben die Richtlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Zubereitung von Schulessen bindend. In der Grevesmühlener Küche beginnt allmorgendlich um 5 Uhr die Arbeit, bevor um 10 Uhr das letzte Fahrzeug mit Ware den Hof verlässt. 2013 will "Tischlein deck dich" investieren und in Grevesmühlen eine neue Küche in Betrieb nehmen.

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