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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 18:05 Uhr

Gadebusch : Schulen brauchen Bibliotheken

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Stadt- und Gemeindebüchereien sind auf Schüler als Leser angewiesen

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2017 | 04:45 Uhr

Schüler brauchen eine funktionierende Stadt- oder Gemeindebibliothek und diese brauchen Schüler als Leser. Darüber ist man sich in der Münzstadt einig: „Wir haben zwar auch eine gut bestückte Schulbibliothek, aber so ein breites Angebot an Medien, Veranstaltungen und Projekten kann die natürlich nicht leisten“, sagt Iris Lehmann, Schulleiterin der Regionalschule „Heinrich Heine“. Sie meint damit nicht zuletzt die in der Bücherei angebotenen Lesungen, bei denen die Kinder Kontakt zu den Schriftstellern bekommen können „So etwas ist für die Kinder dann kostenlos zu erleben, wir müssten für solche Angebote immer etwas bezahlen“, so die Pädagogin. In der Vergangenheit hat es auch ein Wahlpflichtfach gegeben, in dem die Schüler unter anderem etwas über Entstehung, Geschichte und Wandel von Bibliotheken erfahren haben oder sich selbst im Schreiben ausprobieren konnten. „Ich denke, dass wir dieses Projekt wieder aufleben lassen“, meint Bibliotheksleiterin Martina Torner.

Die 48-Jährige beginnt bereits früh und umfangreich, die Kinder der Stadt und umliegenden Gemeinden an die Bücherei zu binden. „Bereits die Erstklässler bekommen von mir Post, mit der ich die Bibliothek vorstelle und sie einlade“, berichtet die Bibliothekarin und verweist auf ein weiteres Engagement: „Gerade unsere Kinder der Pestalozzi-Förderschule werden in fast allen Klassenstufen von mir betreut. Hier erfolgt eine ganz enge Zusammenarbeit über die Form von meinen erstellten Veranstaltungen zu bestimmten Projekten zur Literaturvermittlung bis hin zur regelmäßigen Ausleihe der Bücher. Diese Zusammenarbeit mit den Lehrern und der Schule ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, dass diese Kinder überhaupt eine Bibliothek kennen lernen können.“ Dieses Engagement für die jungen Leser schlägt sich in den Zahlen nieder: Von den insgesamt 826 Lesern im vergangenen Jahr, waren 255 im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren.

Auch in Rehna gibt es eine Art Symbiose zwischen der Regionalschule und der Stadtbibliothek im Deutschen Haus. „Wir ziehen an einem Strang. Von außen wird die Bücherei nicht so als Bildungseinrichtung gesehen. Aber ich gehe zum Beispiel einmal im Monat in eine Unterstufenklasse oder betreue wöchentlich eine Arbeitsgemeinschaft mit Schülern der 5. und 6. Klasse“, erzählt Bibliotheksleiterin Rebekka Duge.

Wie wichtig die enge Verbindung zwischen Schule und Bibliothek ist, macht das Beispiel in Bad Kleinen ganz deutlich: Jahrelang fristete die Einrichtung ein Schattendasein. Nicht zuletzt, weil sie am Ortsrand gelegen für Schüler vor oder nach dem Unterricht und in den Pausen sehr schlecht bis gar nicht zu erreichen war. „Zudem waren die Ausleihgebühren so hoch wie nirgendwo sonst“, sagt Bibliothekarin Carola Träder. Seit sie nun mit ihrem Bestand von rund 5500 Medien vergangenen Oktober in extra hergerichtete Räume der Regionalschule gezogen ist, blüht die Bücherei förmlich auf: „Die Schüler kommen morgens hier her, stellen sich ihre Lesekisten zusammen – in den ersten drei Monaten habe ich 52 neue Leser bekommen“, ist die 58-Jährige begeistert. Hinzu kommt, dass die Benutzungspreise deutlich gesenkt wurden – für Kinder und Jugendliche ist die Nutzung sogar gänzlich frei. „Es ist schon ein Unterschied wie Tag und Nacht. Nur bei den Erwachsenen könnte der Leserzuwachs noch etwas größer sein“, äußert Carola Träder einen Wunsch. Aber das dürfte sich bald automatisch ergeben, denn die heutigen Schüler werden ja dann die erwachsenen Leser von morgen sein.

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