Gadebusch : Schüler und ihr Blick auf die DDR

Vier Freunde müsst ihr sein: Florian Kaemmler, Hanjo Hermes, Niels Hieke und Ilja Wasilenko (v.l.n.r.) steuern die beeindruckende filmische Dokumentation „Das geschleifte Dorf“ zur Sonderausstellung „Die innerdeutsche Grenze erinnern“ von Zehntklässlern des Gymnasiums Gadebusch in Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Renate U. Schürmeyer im Grenzhus Schlagsdorf bei. Der Film ist auch im Internet auf dem Video-Portal im Internet zu sehen. Fotos: Holger Glaner
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Vier Freunde müsst ihr sein: Florian Kaemmler, Hanjo Hermes, Niels Hieke und Ilja Wasilenko (v.l.n.r.) steuern die beeindruckende filmische Dokumentation „Das geschleifte Dorf“ zur Sonderausstellung „Die innerdeutsche Grenze erinnern“ von Zehntklässlern des Gymnasiums Gadebusch in Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Renate U. Schürmeyer im Grenzhus Schlagsdorf bei. Der Film ist auch im Internet auf dem Video-Portal im Internet zu sehen. Fotos: Holger Glaner

Im Grenzhus Schlagsdorf zeigen Gadebuscher Gymnasiasten gemeinsam mit der Künstlerin Renate U. Schürmeyer eine Sonderausstellung

svz.de von
17. Januar 2017, 04:46 Uhr

„Ohne Fragen der nächsten Generation gibt es keine Erinnerung.“ Mit diesen Worten führt Dr. Andreas Wagner in die neue Sonderausstellung im Grenzhus Schlagsdorf ein. „Die innerdeutsche Grenze erinnern“ zeigt die Geschichte der innerdeutschen Grenze, der DDR und der deutschen Teilung in der Wahrnehmung aus einem ganz besonderen Blickwinkel. Aus der Perspektive von Jugendlichen anno 2017. Eine außergewöhnliche Schau, gestaltet von zehnten Klassen des Gymnasiums Gadebusch.

„Die Motivation, ein Projekt zu einer Grenze von vor 1989 durchzuführen, war anfangs bei den meisten von uns gering. Der Besuch des Grenzhus’ bedeutete einfach nur einen unterrichtsfreien Tag“, sagt Mareike Möller. Doch je mehr sie sich damit befassten, umso mehr hätte sie der Bann der Vergangenheit gefesselt, so die Schülerin, deren Eltern in Schleswig-Holstein aufgewachsen waren, also aus Richtung Westen in den Osten auf die deutsche Vergangenheit blicken. Die Grenze sei für Mutter und Vater normal gewesen. Erst mit den Demonstrationen in der DDR im Jahr 1989 sei die Teilung Deutschlands für sie immer mehr ein Thema geworden.

Die Eltern von Florian Ohle hingegen haben in der DDR gelebt. So konnte der Zehntklässler aus erster Hand erfahren, wie das Leben damals war. „Ich denke, viele hatten eine sehr zufriedene Zeit, auch wenn es an gewissen Dingen fehlte. Und es war bestimmt nicht alles schlecht. Die sozialen Bindungen damals waren stärker“, sagt Florian. Dennoch sei es für ihn beklemmend, dass DDR-Bürger ihre Meinung nicht frei äußern durften.

Und so tragen auf gewisse Weise sogar die Jugendlichen von heute ihre Ost-West-Geschichte in sich. Ohne es aber wirklich zu spüren. Florian Ohle: „Dieser Ost-West-Blick ist für uns Jugendliche in der heutigen Zeit nicht existent.“ Schulleiter Ingolf Litzner: „Na klar, für unsere Schüler ist diese Thematik nur Geschichte. Für Menschen über 40 aber ist das Vergangenheit.“.

Die Sonderausstellung „Die innerdeutsche Grenze erinnern“ ist bis zum 1. Februar täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. 

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