Regionale Schule rehna : Schüler schnuppern Arbeitsluft

Schulleiter Thomas Barsch: „Ziel ist es, herauszufinden, was einem liegt und was nicht.“ Foto: Tore Degenkolbe
Schulleiter Thomas Barsch: „Ziel ist es, herauszufinden, was einem liegt und was nicht.“ Foto: Tore Degenkolbe

Rehnaer Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule bekommen in dieser Woche Einblicke in verschiedene traditionelle Ausbildungsberufe

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23. September 2017, 04:45 Uhr

Das Abschlusszeugnis in der Hand, die Schule beendet und dann soll der „Ernst des Lebens“ losgehen – zum Beispiel mit einer Ausbildung. Um an diesem Punkt im Leben nicht perspektivlos zu sein, absolvierten in diese Woche 45 Schüler der 8. Klassen von der Regionalen Schule mit Grundschule „Käthe Kollwitz“ in Rehna Praxislerntage. Sie sind der erste Schritt zur Orientierung in der Berufswelt.

„Die Praxislerntage sind dreimal im ersten Schulhalbjahr für jeweils eine Woche“, sagt Schulleiter Thomas Barsch. Sie finden am Bildungszentrum Wismar (BZW) statt. Die Schüler der 8. Klassen können dort tageweise in verschiedene traditionelle Ausbildungsberufe schnuppern, ohne sich gleich für ein zweiwöchiges Praktikum in nur einer Branche entscheiden zu müssen. „Ziel ist es dabei herauszufinden, was einem liegt und was nicht“, so Barsch.

Denn auch wer feststellt, welcher Beruf gar nicht zu ihm passt, hat viel gewonnen. „Wichtig ist, es auszuprobieren.“ Wenn der Schüler dann feststellt, dass der Beruf nichts für ihn ist, sei das aber immerhin eine Basis, auf der weitere Entscheidungen getroffen werden können. „Sonst wird vielleicht später eine Berufsausbildung angenommen, nur um eine zu haben und dann schnell wieder abgebrochen“, berichtet der Schulleiter.

Bei kleinen Tätigkeiten können die Schüler in den Praxislerntagen Berufe wie zum Beispiel Maler, Hauswirtschafter oder Sachbearbeiter ausprobieren. „Wir wollen ein möglichst breites Spektrum anbieten“, sagt der Schulleiter. In den drei Wochen, die im ersten Halbjahr im Praxislernen verbracht werden, können so zwischen drei und fünf Berufe kennengelernt werden.

Die Praxistage gehören zu einem Konzept zur Berufsorientierung. Schon am Ende der 7. Klasse wird vom BZW eine Potenzialanalyse mit den Schülern gemacht. Wer zum Beispiel Interesse an Arbeiten mit den Händen und mathematisches Verständnis mitbringt, bekommt die Empfehlung, ein paar Praxistage beim Tischler zuzubringen. „Es geht aber nicht darum, die Kinder dorthin zu orientieren, wo Bedarf besteht. Ziel soll sein, dass die Kinder ihre Interessen und Talente finden und fördern“, so Barsch.

In der 8. Klasse werden dann die Berufe besucht und die Orientierung weiter eingegrenzt. In der 9. und 10. Klasse können die Schüler ihre Pflichtpraktika machen. „Wer clever ist, gibt im Praktikum in der 10. Klasse dann seine Bewerbung ab“, sagt der Schulleiter.

Die Berufsorientierung ist also seit der 7. Klasse aufeinander aufbauend. „Das hat alles ein System. Es soll nachhaltig eine Basis für die Schüler geschaffen werden.“ Denn die wenigsten wüssten schon, was sie wollen, berichtet Barsch.

Natürlich gibt es auch solche, die schon von vornherein wissen, wohin ihr Weg führt, zum Beispiel in die Landwirtschaft. Den anderen bieten die Praxistage einen guten Einblick. In den rund zehn Jahren, in denen es die Praxistage schon gibt, waren bestimmte Berufe immer im Trend. „Bei den Jungs ist der Mechatroniker beliebt, bei den Mädchen gibt es aber weniger einen bestimmten Beruf“, sagt der Schulleiter.

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