Girls' Day in Gadebusch : Schüler haben Berufswelt im Blick

Die Schweriner Schülerin Sofia Lokatis hat alles fest im Blick. Hier vermisst sie ein Gartengrundstück in Klocksdorf mit einem elektrooptischen Tachymeter.  Fotos: Hesse, Schmidt, Klafack, Freitag, Falke
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Die Schweriner Schülerin Sofia Lokatis hat alles fest im Blick. Hier vermisst sie ein Gartengrundstück in Klocksdorf mit einem elektrooptischen Tachymeter. Fotos: Hesse, Schmidt, Klafack, Freitag, Falke

Beim Girls’ Day und beim Boys’ Day probierten sich Jugendliche in der Welt der Erwachsenen aus.

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23. April 2015, 21:00 Uhr

Wie die Welt vermessen wird und wie Verbrecher überführt werden, das konnten Schülerinnen beim Girls’ Day erfahren. Sie verschafften sich einen Überblick über Berufe, in denen vorwiegend Männer tätig sind.

Von der Stadt aufs Land zog es dabei die Schweriner Schülerin Sofia Lokatis. Die Zwölfjährige sammelte in Klocksdorf erste Erfahrungen im Vermessungswesen und wertete die Daten anschließend im Büro der Bauzeichnerin Doris Hesse in Carlow aus. Das Fazit der Schülerin zum Girls’ Day: „Das hat sich gelohnt und machte richtig viel Spaß.“ Sie hatte u. a. ein Gartengrundstück mit Hilfe eines elektrooptischen Tachymeters vermessen.

Sofias Girlsday-Chefin hofft nun, dass die Schülerin vielleicht einmal eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin beginnt. „In diesem Bereich sind vorwiegend Männer tätig“, sagt Doris Hesse.

Die Schulbank gegen die Werkbank tauschten Mädchen in Rehna ein. In der Metallwerkstatt der awekProtech GmbH montierten sie Nocken, bohrten in Aluminiumleisten und sahen zu, wie Dreh- und Fräsmaschinen Rohteile aus Edelstahl in die Endprodukte verwandeln. „Das riecht hier wie in der Firma, in der mein Vater arbeitet“, sagte Lara, deren Vater als CNC-Zerspaner tätig ist. Noch hat die Elfjährige den Wunsch, einen technischen Beruf vielleicht mit einem Ingenieurstudium zu ergreifen.

„Wir freuen uns über jedes Mädchen, das unbekannte Dinge testen möchte. Der Girls’ Day ist dafür optimal geeignet und darum bieten wir die Plätze an“, sagt Dirk Dönges, Geschäftsführer der awekProtech GmbH. „Wenn sich letztlich dabei herausstellt, dass ein Mädchen sich tatsächlich vorstellen kann, eine Ausbildung zum CNC-Zerspaner zu beginnen und das bei uns, wäre das der perfekte Abschluss dieser Aktion, aber darum geht es nicht in erster Linie“, so der Firmenchef.

Einen Einblick in die Berufswelt erhielten gestern auch 23 Mädchen aus den Klassenstufen 5 und 9 in der Kreisstadt Wismar. Dort zeigte die Polizei, wie hilfreich Fährtenhunde sind und wie Kriminaltechniker Spuren sichern und auswerten können.

Den gestrigen Tagen nutzten auch Schüler für ihren Boys’ Day. Dabei schauten sich zum Beispiel die beiden Achtklässler Julian Jürgens und Robert Seiser den Unterricht in einer Gadebuscher Grundschule an. „Vielleicht ergreife ich auch einmal einen pädagogischen Beruf. Spaß macht es auf jeden Fall“, meinte der 13-jährige Julian Jürgens.

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