Leo Löwe : Schon wieder Streit ums Gartenfeuer!

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01. März 2019, 20:41 Uhr

Am Freitag war unser Kollege Gerd beim Mittagessen schon unruhig: „Ich mach’ heute früher Wochenende. Der Chef hat’s mir erlaubt. Denn heute ist der 1. März, und endlich darf wieder im Garten gebrannt werden. Ich will heute noch den ersten Haufen anstecken, darum muss ich früher los!“

Seit Wochen hatte Gerd immer wieder Hecken und Bäume beschnitten und auf seinem großen Grundstück einige Haufen aufgeschichtet. Kollege Stefan hatte ihn gleich gewarnt: „Brennen im Garten ist eigentlich das ganze Jahr über verboten. Kleine Tiere kommen im Feuer um, und die Nachbarn werden belästigt. Du musst einen Container bestellen oder einen Schredder, damit du das Gestrüpp los wirst!“

„Zumutbar!“ Sagte ich. „Zumutbar, das ist das Zauberwort. Ist für dich zumutbar, dass du dir einen Container bestellst? Wenn nicht, dann darfst du Gartenabfälle verbrennen. Und was zumutbar ist, entscheiden die Juristen.“

„Soweit kommt’s noch!“ schimpfte Gerd. „Bei den Mengen, die ich aufgeschichtet habe, kostet das Schreddern richtig viel Geld. Außerdem, im März und Oktober darf immer gebrannt werden. Neulich habe ich sogar gesehen, dass das Bio-Dingsda-Reservat eine Obstwiese anlegt und alles, was im Weg war, aufgebrannt hat, alles schon vor dem März! Und mein Nachbar, der von der Nordseeküste hergezogen ist, hat sogar neulich am 21. Februar einen großen Haufen abgebrannt. Er sagt, an der Nordsee ist das Tradition, und Traditionsfeuer sind auch in Mecklenburg erlaubt!“
Nun mischte ich mich ein: „Wenn deine Gemeinde einen Sammelplatz hat, musst du das Gestrüpp da hinbringen. So ist es in Rehna. Aber den Platz und seine Öffnungszeiten musst du erstmal rauskriegen! Und in Gadebusch darfst du in den Ortsteilen verbrennen, in der Stadt aber nicht. Dort ist die Bebauung zu eng.“

„Auch komisch,“ meinte Stefan, „in Wakenstädt stehen die Häuser dicht an dicht, da darfst du aber brennen. In der Rehnaer Straße oder in der Lindenallee ist viel Platz zwischen den Häusern, aber da darf nicht verbrannt werden. Deutschland ist eben das Land, in dem alles so genau geregelt ist, dass keiner mehr etwas versteht!“

„Ist mir auch egal,“ sagte Gerd, „die meisten Leute brennen doch eh am Wochenende oder nach Feierabend. Da kontrolliert doch sowieso kein Beamter. Und deswegen werde ich gleich noch unsere alte Küchenbank mit verbrennen. Wenn der Wind günstig steht, störe ich auch keinen Nachbarn. So, nun muss ich aber auch schon los! Euch beiden ein schönes Wochenende, ohne Qualm!“

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