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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 19:10 Uhr

Biosphäre : Schönwolder Moor fehlt Wasser

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Renaturierungsprojekt in Vorbereitung, Eigentümer und Anlieger erhielten Postwurfsendung

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 23:30 Uhr

Der Gemeinde Krembz steht möglicherweise mittelfristig eine Flurneuordnung ins Haus. Anstoß für den Tausch von Acker- und Grünflächen bzw. Zuwegungen ländlicher Grundstücke könnte die gewünschte Sanierung des Schönwolder Hochmoores sein. Bislang sind derartige Pläne noch Wunschvorstellungen, aber zukunftsträchtig, wie Gerd Schriefer von der Stiftung Biosphäre im Gespräch mit der SVZ sagte. Konkret handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung und des Amtes für das Unesco Biosphärenreservat Schaalsee. Ziel sei die Renaturierung eines der bedeutendsten und in seiner ursprünglichen Form erhaltenen Hochmoore.

Mittels Postwurfsendung in Rögnitz, Krembz und Schönwolde informierten Amt und Stiftung die Anlieger und Eigentümer. „Es gibt im Bereich des Moores zirka 30 verschiedene Eigentümer von Flurstücken“, sagt Sven Herzog, Ansprechpartner im Amt für das Biosphärenreservat. Folglich seien zahlreiche Gespräche für ein weiteres Vorgehen notwendig. In Rögnitz und Krembz war bzw. wird das Projekt ein Thema auf der Gemeindevertretersitzung.

Anliegen des Moorschutzprojektes ist das Anstauen von Oberflächenwasser. „Das ist gut für das Moor. Wir müssen gleichzeitig schauen, ob sich Auswirkungen auf umliegende Ackerflächen vermeiden lassen, denn zu viel Oberflächenwasser ist für das Umfeld nicht förderlich“, sagt Herzog. Ob und wie das Vorhaben gelingen kann, wird ein geohydrologisches Gutachten zeigen, das in Auftrag gegeben wurde. „Wir wollen den Moor- und Grundwasserpegel ermitteln“, so Herzog. Auf Basis der Daten lasse sich überhaupt erst ein Plan zum Schutz des Moores erstellen. Herzog wünscht sich, dass alle an einem Strang ziehen. Genau darauf sollen die Gespräche mit Landwirten und Bürgern abzielen.

Ein Ziel steht: Damit die Moorlandschaft als Wasserspeicher und wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleibt, müssen die Birken im Kern weichen. „Waldlos wird der Bereich nicht. Im Randbereich befindet sich ein typisches Niedermoor mit Erlenbestand“, sagt Herzog.

Als hilfreich wird ein Bodenordnungsverfahren angesehen. Neben einem Flächentausch wäre ein Ausbau der Infrastruktur (Wege) möglich. Die Stiftung Biosphäre rechnet bei optimal laufenden Planungen frühestens 2020 mit einer kompletten Umsetzung des Moorprojektes.

Werner Guschewski kennt als Krembzer Bürgermeister das Schönwolder Moor seit mehr als drei Jahrzehnten: „Zu DDR-Zeiten hat das Moor besondere Bedeutung gehabt. Als Jagdgemeinschaft waren wir regelmäßig für den Naturschutz im Einsatz, haben die Birken herausgenommen und die Flächen vor dem Zuwachsen bewahrt.“ Aus seiner Sicht gibt es im Bereich des Schönwolder Moores ausreichend Staustufen, allerdings wurden diese über Jahrzehnte nicht mehr bedient. Zu welchem Zeitpunkt aus der Absichtserklärung des Biosphärenamtes ein umsetzbares Vorhaben entwickle, müsse man schauen. Er hoffe, dass für Schönwolde eine bezahlbare und vor allem funktionale Lösung gefunden wird.


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