Phantechnikum in Wismar : Schönes Museum, schwer zu finden

1 von 3

Suche nach dem Phantechnikum wird ein Erlebnis für sich

svz.de von
16. Juni 2016, 05:00 Uhr

Stellen Sie sich vor, in Ihrem Heimatort gibt es eine tolle Sehenswürdigkeit – und fast niemand findet dorthin. Gibts nicht? Gibts doch! In der Kreisstadt. Seit Dezember 2012 ist in unmittelbarer Nähe des Bürgerparks das Technische Landesmuseum, den meisten besser als Phantechnikum bekannt, zuhause. Doch wer sich mit den örtlichen Gegebenheiten nicht auskennt, hat so seine liebe Not, das Erlebnismuseum der besonderen Art auch zu finden. Hinweisschilder weitestgehend Fehlanzeige. Da wird allein schon die Suche nach dem Phantechnikum zum Erlebnis.

Einträge wie „Leider konnten wir ganz schlecht hierher finden“, „Schöne Ausstellung, leider schwer zu finden“ oder „Hinweisschilder in der Stadt besser anbringen bzw. überhaupt beschildern“, lauten – um nur einige zu nennen – regelmäßig Einträge der Besucher im Museumsgästebuch.

„Ja, es stimmt, immer wieder beschweren sich unsere Gäste über die schlechte Ausschilderung zu unserem Haus. Dies betrifft neben fehlenden Hinweisschildern für Radfahrer aus Richtung Altstadt und Hafen vor allem aber auch die Zufahrtstraßen in die Stadt. Da sucht man entsprechende Wegweiser weitestgehend vergeblich“, sagt Andrej Quade. Ginge es nach dem Museumsdirektor, müsste rund um die Altstadt aus allen Himmelsrichtungen ein Wegweiser zum Phantechnikum stehen. Doch weil wir nicht bei „Wünsch dir was“ sind, wartet der 47-Jährige darauf schon seit seinem Amtsantritt im Jahr 2014 vergeblich.

Doch warum ist die Ausschilderung so dürftig, wie sie sich nach dreieinhalb Jahren Phantechnikum noch immer darstellt? „Das Landesbauamt hat das überwiegend abgelehnt, da Wismar als überschildert gilt“, erklärt Marco Trunk auf SVZ-Anfrage. An den Stellen, an denen es möglich gewesen wäre, sei nach Aussage des städtischen Pressesprechers der Hinweis aufgebracht worden, beispielsweise am Abzweig Westtangente zum Phantechnikum. Darüber hinaus wären im vergangenen Jahr große Schilder an der A20 angebracht worden.

Stimmt. Doch wenn man als Autofahrer die Autobahn verlässt, ist man erst einmal auf sich allein gestellt. Denn einen Hinweis, den Kreisverkehr am Rothentor in Richtung Lübeck/ Grevesmühlen verlassen zu müssen, um über besagte Westtangente das Phantechnikum zu erreichen, gibt es nicht.

Und auch für Touristen, die sich im Alten Hafen oder der Innenstadt aufhalten, gestaltet sich die Tour zum Technischen Landesmuseum als schwieriges Unterfangen. Denn das erst vor einem Jahr in Wismar eingeführte neue touristische Leitsystem weist auch nur auf einer einzigen, noch dazu abseits gelegenen Stele den rechten Weg. Und diese muss man an der Ulmenstraße auch erst einmal finden.

Besserung ist nicht wirklich in Sicht. Nach Aussage des Pressesprechers sei derzeit lediglich geplant, eine zusätzliche Schauvitrine an der Lübschen Straße anzubringen und dort auf das Phantechnikum hinzuweisen. Der genaue Standort an der knapp fünf Kilometer langen Straße sei derzeit noch unklar, das Genehmigungsverfahren im Bauamt laufe noch.

Und wie läuft so ein Genehmigungsverfahren andernorts? „Soll das Schild an eine kommunale Straße kommen, ist das Amt Rehna dafür zuständig“, sagt Bernd Karnatz, Leiter des Rehnaer Ordnungsamts. An der Bundesstraße müsse man sich dann an das Straßenbauamt Schwerin wenden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen