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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 09:03 Uhr

Serie Naturnah : Schön, stolz und wild

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In diesem Teil unserer Wochenserie alles Wissenwerte zum Vogel des Jahres, dem Habicht.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2015 | 12:30 Uhr

Durch den Nabu und seinen bayrischen Partner, den Landesbund für Vogelschutz, wird seit 1970 der „Vogel des Jahres“ gekürt. Nach dem Grünspecht im Jahr 2014, wurde in diesem Jahr ein Greifvogel ausgewählt, der Habicht.

Sein lateinischer Name Accipiter gentilis vereint die beiden Worte „Der Zugreifende” und „der Edle” und macht sehr schön die geteilte Sichtweise der Menschen auf den Vogel deutlich. Für die einen ist der Habicht der Repräsentant der Vogelwelt schlechthin– schön, stolz, wild und stark; Könige machten ihn sich gegenseitig zum Geschenk. Für die anderen ist er der profane Hühnerdieb.

Wie jede Tierart, in der der Mensch einen Nahrungskonkurrenten sieht, wurde auch der Habicht gnadenlos bejagt. Seit den 1970er Jahren gehört der Vogel per Gesetz zu den streng geschützten Arten mit ganzjähriger Schonzeit. Trotzdem werden immer wieder illegal geschossene und vergiftete Vögel aufgefunden. Mir ist diese Erfahrung in meiner langjährigen Berufszeit glücklicherweise erspart geblieben, auch von meinen Kollegen im Biosphärenreservat ist mir kein Fall einer illegalen Bejagung bekannt geworden.

Der Habicht lebt in unserer Region in einer kleinen, aber stabilen Population. Obwohl er als sogenannter Standvogel unsere Breiten auch im Winter nicht verlässt, gelingt eine Beobachtung nur sehr selten. Während seiner rasanten Jagdflüge ist er oft nur für Sekunden zu sehen und auch sonst führt der scheue Waldvogel ein sehr verstecktes Leben. Während der Paarungszeit im Spätwinter, meist im Februar, gelingt es noch am ehesten den schönen Vogel zu beobachten.

Vom spektakulären Balzflug des Männchens, mit atemberaubenden Sturzflügen und rasanten Wendungen, ist nicht nur das Weibchen fasziniert, sondern auch jeder Mensch, der das Glück einer solchen Beobachtung hat. In den letzten Jahren hat der Habicht übrigens auch die Städte als Lebensraum für sich entdeckt. Mitte der 1980er Jahre wurden die ersten Habichte an der Alster nachgewiesen, inzwischen gibt es im Raum Hamburg mehr als 60 Brutreviere. Stadttauben, Krähen und Elstern sorgen für ein sicheres, ganzjähriges Nahrungsangebot und vor menschlicher Bejagung ist er hier so gut wie sicher.

Mit der Aktion „Vogel des Jahres“ macht der Nabu auf die Gefährdung unserer heimischen Vögel aufmerksam und wirbt für einen respektvollen Umgang mit der Natur.

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