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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 08:33 Uhr

Gadebusch : Schnelle medizinische Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher Feuerwehr will Kameraden für die medizinische Versorgung ausbilden lassen

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 00:33 Uhr

Eine ältere Dame ist gestürzt und liegt hilflos in ihrer Wohnung. Die Feuerwehr öffnet die Tür und ruft dann den Rettungsdienst. Denn die Dame hat sich bei dem Sturz verletzt. Doch bis der Rettungswagen kommt, dauert es an diesem Tag eine Weile.

So ging es den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch im Dezember. „Die Frau musste medizinisch versorgt werden“, erzählt Andre Sack. Doch Rettungswagen und Notarzt waren unterwegs. Also hieß es warten.

Um auf Situationen wie diese zukünftig besser vorbereitet zu sein, wollen die Gadebuscher Brandschützer eine so genannte First Responder Gruppe auf die Beine stellen. „Das ist der Lückenschluss zwischen der Laienhilfe und dem Rettungsdienst“, sagt Sack. Nach Schönberg und Dassow gäbe es dann in Gadebusch die dritte Forst Responder Gruppe im Nordwestkreis.

Sack ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch und studiert Notfallkrisenmanagement. Seine Bachelor-Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau dieser Gruppe in Gadebusch.

Diese Zusatzausbildung der Feuerwehrleute geht über die Erste Hilfe, die jeder Autofahrer leisten sollte, deutlich hinaus. Anatomie des Körpers, das Erkennen bestimmter Krankheiten oder die Ausbildung an Geräten wie einem Defibrillator werden die Kameraden dann pauken müssen.

„Es kann manchmal dauern bis ein Rettungswagen oder Notarzt vor Ort ist“, erklärt Andre Sack. „Wir als Feuerwehr sind schnell vor Ort.“ Um Verletzte wie die gestürzte Seniorin bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gut versorgen zu können, soll die First Responder Gruppe aufgebaut werden. „Der Rettungsdienst wird aber trotzdem alarmiert“, betont Sack. Es gehe eben nur darum, möglichst wenig Zeit verstreichen zu lassen bis eine verletzte Person medizinisch versorgt werden kann.

15 Kameraden haben sich bislang für das Projekt gemeldet. Geplant ist bei einer Alarmierung mit dreien auszurücken. Doch es gibt hohe Hürden. Es müssen Geräte und Bekleidung angeschafft werden. Ein extra Fahrzeug braucht es auch. „Es wird dafür kein Löschfahrzeug benutzt“, sagt Sack. „Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe, die Responder Gruppe freiwillig.“ Doch zumindest für die Fahrzeugfrage deutet sich eine Lösung an.

Wann genau die Gadebuscher First Responder Gruppe einsatzbereit ist, ist noch unklar. Andre Sack schätzt, dass sie wohl noch das ganze Jahr mit den Vorbereitungen beschäftigt sind.

Die Gadebuscher Feuerwehr hat auch selbst etwas davon. „Bei großen Einsätzen muss für den Ernstfall immer ein Rettungswagen dabei sein“, erklärt Andre Sack. Sollte was passieren, soll die medizinische Versorgung sofort passieren. „Dieser Rettungswagen fehlt dann aber an anderer Stelle.“ Diese Aufgabe könnte die Responder Gruppe zukünftig selber übernehmen. Der Rettungswagen käme dann nur noch hinzu, wenn wirklich jemand verletzt wäre.

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