Nordwestmecklenburg : Schnee sorgt für Chaos auf Straßen

Auf vereister Straße verlor ein Busfahrer in Grevesmühlen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Bus durchbrach einen Metallzaun und kam wenige Meter vor einer Grundschule zum Stehen.
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Auf vereister Straße verlor ein Busfahrer in Grevesmühlen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Bus durchbrach einen Metallzaun und kam wenige Meter vor einer Grundschule zum Stehen.

Bus wäre fast in eine Grundschule gekracht. Autofahrer bei Bülow schwer verletzt. Schulen beendeten nach der 6. Stunde den Unterricht

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18. Januar 2018, 20:00 Uhr

Die Telefonleitungen überlastet, Stromausfälle, Behinderungen im Öffentlichen Personennahverkehr, spiegelglatte Straßen, geschlossene Kreismusikschul-Standorte – der gestrige Wintereinbruch hat auch zwischen Utecht und Lützow seine Spuren hinterlassen.

Knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt war ein Bus in Grevesmühlen. Dort hatte der Fahrer in einer vereisten Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, durchbrach einen Metallzaun und kam gerade noch rechtzeitig vor einer Grundschule zum Stehen. In dem Bus befanden sich zu dem Zeitpunkt keine Fahrgäste. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. „Bis auf etwas verbogenes Blech ist nichts weiter passiert. Das sah dramatischer aus, als es am Ende tatsächlich war“, sagte Volker Wittke von der Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH.

Aufgrund der Wetterlage waren alle Schulen angewiesen, den Unterricht nach der 6. Stunde zu beenden. In den Sekretariaten herrschte Hochbetrieb, um Eltern über den vorverlegten Unterrichtsschluss zu informieren. „Wir telefonieren wie die Weltmeister“, sagte Schlagsdorfs kommissarischer Schulleiter Ralf Federmann.

Die Fahrzeuge von Nahbus verließen je nach Straßenlage die Betriebshöfe, um die Schülerbeförderung in die Heimatorte zu realisieren. „Es ging schleppend voran, die Busse waren zum Teil mit erheblichen Verspätungen unterwegs“, so Volker Wittke von Nahbus. Besonders groß seien die Probleme zwischen Schwerin und Wismar wegen querstehender Lkw gewesen. Damit alle Schüler in ihre Heimatorte gelangen konnten, fuhren die Busse vorsorglich nach 15 Uhr die Haltestellen ein zweites Mal an.

Der Winterdienst der Straßenmeistereien war am Donnerstag ab 11 Uhr im Dauereinsatz. Die Polizei musste zu mehreren Verkehrsunfällen ausrücken. So zum Beispiel im Bereich Rehna, wo ein Kraftfahrer schwer verletzt wurde. Er war nach ersten Erkenntnissen der Polizei in Richtung Bülow unterwegs, geriet mit seinem Wagen auf die Gegenfahrbahn, streifte einen Baum und kam auf einem Acker zum Stehen. Rettungskräfte brachten den Mann in ein Krankenhaus. „Die Landesstraße musste dort vorübergehend gesperrt werden“, sagte Axel Köppen von der Polizeiinspektion Wismar auf SVZ-Anfrage.

Glatte Straßen stellten auch zahlreiche Berufskraftfahrer vor Probleme. Sie kamen zeitweilig nur im Schritttempo voran. In Plüschow hielten meterlange Äste der Schneelast nicht mehr stand, krachten auf die Straße und blockierten zeitweilig eine Zufahrtsstraße.

Dass es auch bei solch einem Wetter noch Nachbarschaftshilfe gibt, zeigte sich in Gadebusch. In der Stelling-Straße räumte Sven Jäger mit einer Kehrmaschine den Schnee vom Fußgängerweg und ersparte älteren Nachbarn das Schneeschippen. Laut Satzung der Münzstadt ist Schnee in der Zeit von 8 bis 20 Uhr unverzüglich nach beendetem Schneefall zu entfernen.

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