Hansestadt Wismar : Schmuddel-Bahnhof bekommt neues Gesicht

Der Bahnhofsvorplatz in Wismar soll für 860 000 Euro umgestaltet werden.
Der Bahnhofsvorplatz in Wismar soll für 860 000 Euro umgestaltet werden.

Geld für die Umgestaltung des Wismarer Bahnhofsvorplatzes kommt auch aus Schwerin

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13. Dezember 2017, 20:55 Uhr

Infrastrukturminister Christian Pegel hat einen Zuwendungsbescheid an die Hansestadt Wismar übergeben, mit dem er Bahnfahrer glücklicher machen wird. Denn wer bisher in Wismar mit dem Zug ankommt, erlebt keine schöne Ankunft – ein altes Bahngebäude, eine gruselige Unterführung und unfertige Außenanlagen. Kein Aushängeschild für eine Unesco-Welterbestadt.

Aber das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Der Bahnhofsvorplatz soll umgestaltet werden. Kostenpunkt: über 860 000 Euro. 75 Prozent der Summe fördert das Energieministerium – 646 676,44 Euro nach der Förderrichtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen und Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Land Mecklenburg-Vorpommern.

„Der Bahnhof ist die erste Visitenkarte einer Stadt“, begründete Minister Pegel. Der Platz zwischen Restaurant „Gleisbett“, den Gleisen und dem historischen Bahnhofsgebäude wird umgestaltet. Statt der Unterführung wird es in Zukunft einen überdachten Verbindungsweg geben. Die Unterführung wird zugeschüttet, ein Rückbau wäre teurer. Ein Arkadengang statt der Treppen oder des umständlichen Umweges mit Kinderwagen oder Rollstuhl um das ganze Gebäude.
„Hauptaugenmerk liegt auf dem barrierefreien Zugang“, erklärt Aileen Thomas, Leiterin des Bahnhofsmanagements in Schwerin bei der DB Station & Service AG. Der wird mit dem Verbindungsweg geschaffen. Dort wird es sogar einen Tafel mit Stadtinformationen geben.

Zwischen dem Restaurant „Gleisbett“ und dem historischen Bahnhofsgebäude entsteht eine neue Straße mit Wendeschleife, dahinter Richtung Lindengarten werden Pkw-Stellplätze ein bequemeres Abholen oder Bringen von Zugpassagieren ermöglichen – eine Park&Ride-Alternative soll so entstehen. Geplant sind dazu 111 überdachte Fahrradständer – jetzt „parken“ viele Radfahrer ihre Drahtesel notgedrungen am Bauzaun.

Gleich nach dem Winter sollen die Arbeiten beginnen. Im März und April ist die „Baufeldfreimachung“ geplant. Ab Juni sollen die Baumaßnahmen starten. Die Bauarbeiten werden mindestens ein Jahr gehen. Aileen Thomas hat auch die historischen Gebäude im Blick. „Das ist Kernportfolio“, begründet sie. Was mit dem historischen Gebäude passiert, ist allerdings noch offen. Derzeit werden durch Hochschulstudenten Ideen gesammelt, was mit den Gebäuden zwischen Verkauf und Vermietung passieren könnte. „Kleinere Läden und Einzelhandel“, nennt Aileen Thomas Beispiele.

Bürgermeister Thomas Beyer macht Mut und nennt das nahe Restaurant „Gleisbett“ als gutes Beispiel. Das Gebäude habe die Stadt verkauft – es funktioniert.

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