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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 02:56 Uhr

Königsfeld : Schluss mit der Irreführung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Doppelte Straßennamen sorgen für logistische Pannen in der Gemeinde Königsfeld. Ausschreibung holt Bürger für neue Namen ins Boot.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2015 | 08:00 Uhr

„Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Die vertraute Stimme aus dem Navi kennt jeder. Auch Reisende in die Gemeinde Königsfeld, aber das korrekte Ziel erreichen dort nur die wenigsten. Denn in der Gemeinde und seinen Ortsteilen doppeln sich Straßennamen. Beispielsweise der Ortsteil Demern: Dort heißen die Ortsdurchfahrt (Teil 1 in der Grafik rechts), der Abzweig in Richtung Königsfeld (Teil 2), die Straße am Gutshaus (Teil 3) sowie der „Lange Jammer“ (Teil 4) schlicht und einfach Dorfstraße. „Auswertige und Ortsfremde, die sich her navigieren lassen, können schnell in die Irre geführt werden“, sagt Evelyn Kreße, Mitarbeiterin im Bauamt Rehna.

Bereits mit einem Schreiben vom 1. Januar 2000 hat das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns „auf die Notwendigkeit der Eindeutigkeit der Straßennamen“ hingewiesen. Zwar bedeute dies, dass innerhalb einer Gemeinde ein Straßenname jeweils nur ein Mal vergeben werden darf, doch dagegen hat sich Königsfeld bislang gewehrt. „Das war ein Fehler“, gesteht der Bürgermeister der Gemeinde, Klaus Babbe. „Wir dachten, damit seien zu viele Laufereien für die Bürger notwendig. Die neue Adresse müsste überall angegeben werden“, so der 50- Jährige weiter.

Die logistischen Folgen hätten zum Umdenken bewegt, erzählt er. „Im schlimmsten Fall finden Notärzte nicht die richtige Adresse. Es ist einmal passiert und soll nie wieder vorkommen.“ Daher erfolgte im Dezember letzten Jahres die Ausschreibung zur Umbenennung der doppelten Straßen in den Ortsteilen Demern, Warnekow, Bülow, Bestenrade, Schaddingsdorf, Woitendorf und Groß Rünz.

„Es ist Aufgabe der Gemeinde und deshalb wollen wir die Bürger mit einbeziehen“, erklärt der Bürgermeister die öffentliche Ausschreibung neuer Straßennamen auf der Internetseite des Amtes Rehna (www.rehna.de). Eine Frist sei für Vorschläge nicht gesetzt, da man das Thema nicht überstürzen wolle. „Die endgültige Beschlussfassung ist für die Juni-Sitzung der Gemeindevertreter angepeilt“, schätzt Babbe vorsichtig.

Damit folgt Königsfeld dem Beispiel anderer Gemeinden wie Utecht. „Alle Gemeinden im Amt Rehna haben die Dopplungen aufgelöst oder Beschlüsse dazu laufen“, so Kreße.

KOMMENTAR von Thomas Stengel

Im Notfall tödlich
Rettungskräfte rücken zu einem Einsatz in die Gemeinde Königsfeld aus – und finden nicht die richtige Adresse. Dass der Einsatz ohne dramatische Folgen blieb,  muss pures Glück gewesen sein.    Denn im Notfall kann die Doppelbesetzung der Königsfelder Straßennamen tödlich sein.

Daher ist es höchste Zeit, dass die Gemeinde, die seit dem Jahr 2000 vom   Innenministerium geforderte Klarheit zur Bezeichnung der Straßennamen umsetzt. Die organisatorische Belastung des Bürgers, die neue Adresse Behörden, Banken und Co. mitzuteilen, stellt dabei einen angemessenen Preis dar, damit Notfälle zielgerecht gefahren werden können.

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