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Lützow: Alter Sportplatz könnte Park werden : Schlossbesitzer ist für Flächentausch

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Ein Schloss, ein Park, ein Entwicklungskonzept und eine Portion Misstrauen - so in etwa lässt sich mit wenigen Worten die Situation um die Gestaltung der Parklandschaft beschreiben.

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 07:21 Uhr

Lützow | Ein Schloss, ein Park, ein Entwicklungskonzept und eine Portion Misstrauen - so in etwa lässt sich mit wenigen Worten die Situation um die Gestaltung der Parklandschaft als auch möglicher neuer Sportplatzflächen in der Gemeinde Lützow beschreiben. Am Mittwoch, 28. August, will die Gemeinde Lützow die Weichen für das Zukunftsprojekt stellen. Darauf zielen zumindest die Bemühungen von Bürgermeister Tino Waldraff als auch Dieter Becken ab, der seit 2010 das Schloss und Teile des Parks sein Eigen nennt. Was fehlt, ist die Zustimmung der Kommunalvertreter.

Die Ausgangsbasis: Zwischen der Bahnstrecke nach Schwerin, der B 104 und der Reitanlage befindet sich der 22 Hektar große Kernbereich der Lützower Parkanlage. Ein Großteil gehört der Gemeinde, zirka sieben Hektar sind weiterhin an den Vorbesitzer der Schlossanlage Lützow bis zum Jahr 2030 verpachtet. Flächen, die allerdings dem heutigen Schlossarealbesitzer zur Verfügung stehen, ohne Gemeindezustimmung aber keine bauliche Veränderung erfahren dürfen. "Des Weiteren verfügen wir über ein mit der Denkmalbehörde abgestimmtes Konzept zur Parkentwicklung. Das wurde 2012 beschlossen", sagt Bürgermeister Tino Waldraff. Ein millionenschweres Vorhaben, das sich nur mit einem langen Atem realisieren lasse. "Unser Ziel bleibt die Sicherung der öffentlichen Nutzung", so Waldraff.

Mehrfach gab es Streit zwischen der Kommune und dem damaligen Besitzer der Anlage über fehlende Genehmigungen und Wegenutzung. Der Altschlossbesitzer gilt in Lützow mittlerweile als unbekannt verzogen.

Des Weiteren scheiterten vor Gericht die Bemühungen zur Auflösung des Pachtvertrages. "Das macht uns das Leben und Arbeiten nicht einfacher", so Waldraff gegenüber der SVZ. Was bleibt, ist der Wunsch nach einem öffentlichen Park.

Neue Wege: Der Hamburger Unternehmer Dieter Becken erwarb mit seiner Familie das Areal vor gut drei Jahren. Er will Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringen. Er steht für öffentliche Nutzung unter Berücksichtigung der Privatsphäre. "Es gibt einen akzeptablen Vorschlag der Denkmalbehörde. Diese regelt eine tägliche, öffentliche Nutzung als auch die Herausnahme von hausnahen Wegen am Teich", sagt Becken. Darüber hinaus sehe er Möglichkeiten, den dann beruhigten Parkbereich zu besonderen Anlässen zu öffnen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt anscheinend in einem Flächentausch. "Wir haben im Zuge der Parkentwicklung Interesse am alten Sportplatz. Der liegt direkt neben dem Schloss. Diesen möchten wir gegen unsere Flächen zwischen dem neuen Sportplatz und der Schule tauschen", sagt Becken. Eine Win-Win-Situation, meint der Hausherr, denn zum Tauschgeschäft gehören die Herrichtung des neuen Fußballplatz unter Anleitung eines Sportplatzarchitekten, der Bau eines Lärmschutzwalls, die Sanierung der Außenfassade und des Daches vom ehemaligen Hort und künftigen Sportlerheim. "All das wird von uns gebaut." Erst mit Abnahme der Gemeinde komme das Geschäft zustande, so Becken. Für nicht realisierbar hält er den Wunsch nach einer Ausstattung des Sportplatzes mit Kunstrasen. In diesem Punkt sei das Ziel zu hoch gegriffen.

Stattdessen sieht er Möglichkeiten zur Auflösung des bislang nicht kündbaren Park-Pachtvertrages aus 2006. Er sei davon überzeugt, dass er dem ehemaligen Besitzer "nahe legen kann, auf seinen Vertrag zu verzichten". Das ließe sich im Tauschgeschäft mit der Gemeinde festschreiben.

Die Meinung der Sportler: Ralf Borgwardt, Vorsitzender der Sportgemeinschaft "Theodor Körner", ist ein Befürworter des Projektes. "Was haben wir von einem Fußballplatz in einem wunderschönen Park, wenn heute absehbar ist, dass wir kein Geld für den Bau eines Sportlerheimes und die Sanierung des Fußballplatzes haben." Lützow habe die einmalige Chance, bald einen kompletten Sportkomplex sein Eigen nennen zu dürfen. Die Feierlichkeiten zum Theodor-Körner-Sportfest sind nur ein Teil. "Der Schwerpunkt beim Fest liegt beim sportlichen Wettstreit mit Leichtathletik und Fußball", sagt Borgwardt. Mit einem Tausch könne die Gemeinde im Sinne der Schüler, Sportler und Bürger schnell und unkompliziert neue Angebote schaffen.

Am Mittwoch befindet sich Lützow auf dem Weg zur Entscheidungsfindung. Das Tauschkonzept dürfte Bestandteil der Beratung im Mehrzweckgebäude (Beginn 19 Uhr) sein. Die Kommunalvertreter müssen entscheiden, ob sie auf der Grundlage neuer Verträge das Dorf entwickeln, Altlasten wie den Pachtvertrag zum Park beseitigen oder alles beim Alten belassen.

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