Gadebusch : Schloss-Sanierung mit Fördermitteln

Das Gadebuscher Renaissanceschloss soll ein Denkmal von nationaler Bedeutung werden.
Das Gadebuscher Renaissanceschloss soll ein Denkmal von nationaler Bedeutung werden.

Erste Ideen zur zukünftigen Nutzung liegen vor.

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06. November 2017, 05:00 Uhr

Die Stadt Gadebusch kann bei der geplanten Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Renaissanceschlosses offenbar mit Fördermitteln rechnen. So soll das Finanzministerium MV im Falle einer entsprechenden Eigeninitiative umfangreiche Fördergelder in Höhe von bis zu 90 Prozent in Aussicht gestellt haben. Das ergab eine interne Anfrage von Bürgermeister Ulrich Howest an das Ministerium und geht aus einem Konzept für die Nutzung des Gadebuscher Schlossareals hervor.

Die Stadt Gadebusch hatte das Schloss im vergangenen Monat im Zuge einer Zwangsversteigerung für 220 100 Euro in Grevesmühlen erworben. Es befindet sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Die Kosten einer Sanierung werden auf mindestens zehn Millionen Euro geschätzt.

Nach einem ersten groben Nutzungskonzept, zusammengestellt vom Gadebuscher Ingenieurbüro Struck, könnte das Schloss nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt inklusive Willkommens-Center und Ausstellungsort werden. Angedacht ist auch die Nutzung des Festsaals für öffentliche Empfänge, Partnerschaftstreffen, Konferenzen, Konzerte und Buchlesungen. Auch private Veranstaltungen wie Trauungen, Hochzeiten und Feiern wären möglich. Was besonders Vereine hoffnungsvoll stimmen könnte, ist die Nutzungsidee für das 265 Quadratmeter große Obergeschoss. Es könnte laut Konzept zu einer Kultur-, Begegnungs- und Vereinsstätte werden.

Die Verfasser dieser Ideensammlung richteten ihren Fokus auch auf die mögliche Nutzung weiterer Ensembleteile. So könnte das Wirtschaftsgebäude (Remise) zu einem Bühnenhaus inklusive Lagerkapazitäten, Heizungstechnik fürs Schloss und öffentlicher Toilettenanlage werden. Das Kutscherhauses (ehemaliges Museum) könnte künftig Ferienwohnungen bzw. ein Fahrradhotel und eine Wohnung beherbergen. Auch an den so genannten Küchenanbau ist gedacht werden. Er kommt für eine eventuelle Verpachtung für die Gastronomie und als Café in Frage. Der Schlosshof selbst würde Platz für private und öffentliche Freiluftveranstaltungen und Stadtfeste bieten.

Dass die Stadt Gadebusch in punkto Schloss vor einer Herkulesaufgabe steht, darüber sind sich Stadtvertreter im Klaren. Die Kommune will daher erreichen, dass ihr Schloss ein Denkmal von nationaler Bedeutung wird. „Damit wäre auch eine Förderung des Bundes über sein Denkmalprogramm möglich“, so Hans-Christoph Struck. Ein schlüssiges und mit Institutionen und Behörden abgestimmtes Nutzungskonzept sei Grundvoraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln.

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