Sanierung : Schloss Gadebusch ohne Projektmanager

Schloss Gadebusch wartet auf seine Sanierung
Schloss Gadebusch wartet auf seine Sanierung

Verein „HoffnungsGut “ bedauert bisheriges Scheitern und hält weiter am Sozialprojekt für Mütter mit Kindern fest

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05. April 2015, 16:00 Uhr

„Es tut uns Leid für die Gadebuscher“, mit diesen Worten wirbt Jan Evers im Telefonat mit der SVZ um Verständnis. Gemeinsam mit Christian Beyersdorf lenkt er den Verein „HoffnungsGut-Gadebusch e.V.“. Ihr Ziel, den ehemaligen Fürstensitz, das Gadebuscher Schloss, zum neuen Antlitz zu verhelfen. Bislang ohne Erfolg.

Nach zahlreichen Veröffentlichungen und Kritik aus Gadebusch (wir berichteten) gelang mit unserer Redaktion nun die Kontaktaufnahme mit Evers als Vorstandsmitglied.

Hoffnung auf einen zügigen Sanierungsbeginn, macht Evers nach mehr als zehn Jahren des Wartens den Gadebuschern nicht. Er erzählt von Fehlgriffen und dem Abhandenkommen des Fördermittelberaters: „Er hat uns am langen Arm verhungern lassen. Aktuell sind wir im Bereich Bochum auf Suche nach einem neuen Fachmann.“ Das Geld sei futsch, so Evers weiter. Finanzielle Mittel, das Vorhaben Schloss mit eigener Kraft anzuschieben, sind nach seinen Angaben nicht vorhanden. „Als Normalverdiener sind wir auf Förderungen angewiesen.“

Jan Evers ist als Krankenpfleger tätig. Er baue auf die Kraft, die Idee, die im Projekt stecke. Somit hält Evers daran fest, Schloss Gadebusch als Sanierungs-, und Sozialprojekt anzugehen: „Unser Hauptaugenmerk liegt auf Müttern mit und ohne Kinder mit Gewalthintergrund.“ Jenen Betroffenen wolle man im Schloss ein funktionierendes sozial-kulturelles Umfeld für einen Heilungsprozess bieten. Er sei verwundert darüber, dass die Stadt Gadebusch, der das Konzept vorliegt, sich in der aktuell öffentlich geführten Debatte eher kritisch verhalte. Evers macht deutlich: „Wir verfügen über ein konkretes Projekt. Neue und gute Ideen nehmen wir natürlich gerne auf.“

Bürgermeister Ulrich Howest bleibt skeptisch: „Die Vertreter des Vereins waren 2011 /2012 vor Ort. Damals hieß es, die Förderung steht.“ Zudem müsse jedem klar sein, dass es ohne Eigenmittel keine Förderung geben kann. „Es ist fraglich, wie belastbar das Konzept nach fünf Jahren wirklich ist“, meint der Bürgermeister. Man wünsche den Akteuren Glück, biete Hilfe an. „Aber es zählen die Ergebnisse“, sagt Howest und verweist auf die fehlenden Kontakte zwischen Projektinhaber und Stadt.

Jan Evers macht an dieser Stelle auf die kleinen Erfolge aufmerksam, den vom März 2013 bestätigten Eintrag des Verein „HoffnungsGut“ beim Amtsgericht Grevesmühlen. „Seit November verfügen wir über einen gemeinnützigen Status“, berichtet Evers. Ob dieser gegenüber dem Fianzamt Bestand haben wird, ist in Gadebusch offen. Nach SVZ-Recherchen soll es Anfang März 2015 eine Überprüfung auf dem verlassenen Schlossberg gegeben haben.  

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