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Gadebusch : Schloss-Besitzer hält an Plänen fest

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Bauarbeiten am Gadebuscher Renaissance-Ensemble haben nach wie vor nicht begonnen / Dem Amt liegen keine konkreten Entwürfe vor

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 00:00 Uhr

Von ihrem Büro im Rathaus blickt  Rommy Elßner direkt auf das Gadebuscher Schloss: Sieht die Terrakotten-Zierde hinter den Bäumen, die charakteristischen Renaissance-Bögen am Giebel des Schlosses – und  sieht auch, dass sich auf dem Schlossberg seit geraumer Zeit nichts tut. Im Sommer 2012  hatte der Verein HoffnungsGut erklärt, in dem seit Jahren leerstehenden Schloss  ein Haus für alleinerziehende Frauen mit Gewalthintergrund und ihre Kinder sowie Wohnungen für ältere Menschen zu schaffen.

Seitdem ist – zumindest sichtbar – wenig passiert: Vor rund einem Jahr, so Bauamtsleiterin Elßner auf SVZ-Nachfrage, hätte sich der Verein beim Amtsgericht eintragen lassen, ganz zu Anfang hätten die Verantwortlichen einmal ihr Konzept vorgestellt. Seitdem habe sie vom Verein HoffnungsGut  nichts mehr gehört. „Wir haben bisher noch keinerlei Planung für das Gebäude gesehen“, so die Bauamtsleiterin.  „Natürlich sagt jeder in der Stadt, wie traurig es ist, dass dieses Bauwerk so vor sich hingammelt“, so Elßner – zumal das Objekt aus ihrer Sicht leide, die Kosten für die Sanierung stiegen, das Gebäude mit seinem hohen Holz- und Fachwerk-Anteil eigentlich beheizt werden müsste und zu allem Überfluss immer wieder Vandalismus-Schäden zu beklagen seien.

Dabei, betont Elßner, seien die Stadt und das Bauamt eigentlich für alles offen, wenn sich Bauherren engagierten. „Wir wären bereit, Teilmaßnahmen zu bezuschussen“, macht sie deutlich, Voraussetzung für alle Fördermittel sei allerdings, dass ein Grobkonzept stehe. „Man muss sich jedoch verdeutlichen, dass diese Fördermittel begrenzt sind. Wir halten keine Gelder zurück, weil hier über Jahre nichts passiert und uns auch absolut nichts konkretes vorliegt“, so Elßner. 

Genau das, sagt Herbert Freisleben-Liechtenstein, Verleger aus Bayern und seit 2002 Besitzer des im 16. Jahrhundert errichteten Schlosses, solle sich nun ändern.  Denn in den vergangenen Tagen sei endlich die Nachricht eingegangen, dass die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Berlin-Charlottenburg eingetragen worden sei. Bereits im vergangenen Sommer hatte Freisleben-Liechtenstein gegenüber unserer Zeitung erklärt, sie warteten nur noch auf diese Zustimmung und hofften, noch 2013 mit der Sanierung beginnen zu können.  „Alle Pläne, auch zur Kooperation mit dem Verein HoffnungsGut,  sind nach wie vor aktuell“, erklärt der Eigentümer, sie würden nun in die Feinplanung gehen. „Wir können jetzt endlich das machen, was wir schon seit zwei Jahren machen wollen. Als nächstes müssen nun die Architekten und Planungsbüros an die Arbeit gehen.“ 

Auch Jens Evers vom Vorstand des Vereins HoffnungsGut erklärte gestern, dass sich an den Plänen nichts geändert habe. „Bestimmte Dinge bei einem derartigen Projekt brauchen einfach ihre Zeit. Aber wir wissen, dass die Menschen in und um Gadebusch darauf warten, dass am Schloss nun endlich etwas passiert.“ Die Investitionen belaufen sich nach Angaben des Vorstands auf einen zweistelligen Millionenbetrag, etwa 2017 soll die Anlage fertig sein.

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