Denkmal in Gadebusch : Schloss auf Europabühne gehoben

Der Stadtverordnete und Koordinator in Sachen Schloss, Hans-Christoph Struck (li.) zeigt dem Europaabgeordneten Arne Gericke die Besonderheiten des Renaissance-Baus aus dem 16. Jahrhundert.  Fotos: Peter Täufel
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Der Stadtverordnete und Koordinator in Sachen Schloss, Hans-Christoph Struck (li.) zeigt dem Europaabgeordneten Arne Gericke die Besonderheiten des Renaissance-Baus aus dem 16. Jahrhundert. Fotos: Peter Täufel

EU-Parlamentarier stattet Renaissance-Bau Besuch ab. Ehemaliger Fürstensitz könnte Rolle im Europäischen Jahr des Kulturerbes spielen

svz.de von
08. Januar 2018, 05:00 Uhr

Es hat sich rumgesprochen, dass die Münzstadt wieder Herrin über ihr eigenes Schloss ist. Und, dass sie Geld braucht, dieses wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen – viel Geld. Das hat auch den EU-Parlamentarier Arne Gericke neugierig gemacht. „Kurz vor Weihnachten bekam Bürgermeister Ulrich Howest von ihm ein Schreiben, dass er sich das Schloss gerne einmal anschauen möchte“, berichtet der Stadtvertreter und Koordinator für das Schloss, Hans-Christoph Struck.

Am Sonnabend machte der Europaabgeordnete für die Freien Wähler mit seinem Referenten Thilo Tiede die Ankündigung war. „Wir haben 2018 das Europäische Jahr des Kulturerbes. Und da in diesem Zusammenhang verschiedene Projekte in den einzelnen EU-Ländern geplant sind, bin ich dabei, mir dafür geeignete Kandidaten anzuschauen“, sagt Gericke, der in Hamburg geboren ist, aber bereits seit etwa 20 Jahren zuerst in Tessin bei Rostock wohnte und jetzt in Neubukow lebt. Am Tag zuvor hatte er sein Abgeordnetenbüro in Güstrow eröffnet (die SVZ berichtete).

Sein Referent Tiede erklärt: „Wir haben der Landesregierung in Schwerin den Vorschlag gemacht, im Rahmen des Kulturerbejahres Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern die letzten 100 Tage zu beleuchten und so das Blickfeld auf sie zu richten und eine Aufmerksamkeit zu schaffen.“

Doch das ist es nicht alleine: „Ich werde mich dafür einsetzen und nach Möglichkeiten suchen, dass es für die Sanierung des Schlosses EU-Fördermittel gibt“, verspricht Arne Gericke, der einen Teil seines Lebens in Papua Neuguinea verbracht hat. Den Vater von insgesamt sieben Kindern, darunter drei Pflegekinder, beeindruckt vor allem die Tatsache, dass die Einwohner von Gadebusch hinter dem Projekt Schloss stehen und an dem Gelingen mithelfen wollen. „Denn das ist für alle potentiellen Geldgeber enorm wichtig. Dass sie spüren, dass die Menschen damit identifizieren“, erklärt der EU-Parlamentarier.

Auf der anderen Seite sei es auch gut, wenn die Stadt selbst etwa zehn Prozent der Sanierungskosten aufbringen kann. Das wären bei der derzeit veranschlagten Summe etwa eine Million Euro. „Das ist uns bewusst“, sagt Koordinator Struck. Eine Einnahmequelle könnte dabei bereits gefunden sein: „Wir können mit den alten Gussformen Nachgüsse der Terrakotten fertigen lassen und diese verkaufen“, meint Gerhard Schotte vom Förderverein. Immerhin sind sie die kostbarsten Wahrzeichen des Schlosses.

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