Produkte im Supermarkt : Schlemmen wie im Zarenreich

Die stellvertretende Marktleiterin Monique Ulbrich kennt die Vorlieben der Kunden: Russisches Kringelgebäck steht hoch im Kurs.
Die stellvertretende Marktleiterin Monique Ulbrich kennt die Vorlieben der Kunden: Russisches Kringelgebäck steht hoch im Kurs.

Russische Produkte kommen im Nordwestkreis gut an

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15. März 2018, 21:00 Uhr

Die Grenzmauer zwischen Ost und West ist schon vor vielen Jahren gefallen – mit ihr verschwanden viele Lebensmittel, die in der Sowjetunion noch zu bekommen waren. Weil Nordwestmecklenburger und Leute aus dem Herzogtum Lauenburg nicht auf Soljanka, Waffeltorten oder karamelisierte Kondensmilch verzichten wollen, führt der Kaufmarkt Süllau in Ratzeburg ein Sortiment russischer Lebensmittel.

„Die Nachfrage nach russischen Lebensmitteln ist da“, erklärt die stellvertretende Marktleiterin Monique Ulbrich. Es reiche schon die Nachfrage eines Kunden, um eine Bestellung zu veranlassen. „Wir geben dem Produkt Zeit, sich im Markt zu etablieren.“ Bei den russischen Lebensmitteln zeichnete sich rasch ein Erfolg ab. Mittlerweile bestücken Konserven, Soßen und Süßigkeiten eine ganze Auslage im Markt. „Viele der Kunden – und auch Mitarbeiter – stoßen Nicht-Russen auf Rezepte aus der Heimat“, berichtet die 39-Jährige. Deshalb entwickelte sich rasch eine groß Fangemeinde in Ratzeburg und Umgebung.

„Viele Kunden kommen extra aus Nordwestmecklenburg, um hier russische Produkte zu kaufen“, sagt die Zarrentinerin. Etwa 20 Prozent der Kunden würden gezielt nach den kyrillisch beschriebenen Waren suchen, berichtet die stellvertretende Marktleiterin. Darunter finden sich auch viele russischstämmige Bürger. „Für sie ist es ein Stück Heimat“, so Monique Ulbrich.

Heimat im Genuss finden dort auch jene Russen, die momentan in der Inselstadt leben. „Insgesamt 59 russische Staatsbürger wohnen derzeit in Ratzeburg“, erklärt Tobias Frohnert, Sprecher der Kreisstadt. Daneben gäbe es eine starke russische Gemeinschaft.

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