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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 03:10 Uhr

Schulbus-Kosten : Schlagsdorf will Eltern helfen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schulverband beteiligt sich mit 50 Prozent an den Kosten

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 23:22 Uhr

Gute Nachricht für die Eltern aus der Gemeinde Schlagsdorf, deren Kinder seit Schuljahresanfang das Gymnasium in Gadebusch besuchen: Der Schlagsdorfer Schulverband hat beschlossen, sich mit 50 Prozent an den Kosten für die Schülerbeförderung zu beteiligen. „Wir lassen Eltern und Kinder nicht im Regen stehen“, sagt Schlagsdorfs Bürgermeister Ingo Melchin. Zugleich erneuerte er seine Kritik am Landkreis, der die Eltern erst kurz vor Beginn des Schuljahres darüber informiert habe, dass er für den Schulbus nicht aufkommen werde. „So kann man nicht mit den Betroffenen umgehen“, beklagt Melchin.

Hintergrund der Debatte: Kinder aus dem Raum Schlagsdorf müssen eigentlich das Gymnasium Schönberg besuchen. So sieht es die Verordnung über die Schuleinzugsgebiete vor. Im aktuellen Fall haben sich Eltern und Kinder auf Grundlage der geltenden Landesgesetze aber für Gadebusch entschieden. Stichwort: Wahlfreiheit (wir berichteten). Die Schulbeförderung müssen die Eltern jedoch aus eigener Tasche bezahlen. „Wer selbst eine andere Schule wählt, muss die Kosten tragen“, argumentierte Landrätin Kerstin Weiss. Und weiter: „Findet wie in diesem Fall die Schülerbeförderung nicht auf einer Linie statt, sondern im Rahmen des so genannten freigestellten Schülerverkehrs, sind mit dem Busunternehmen die steigende Kapazität und die Finanzierung zu regeln.“

Nach einigem Hin und Her stellte der Kreis schließlich sicher, dass die Schüler aus Schlagsdorf einen eingesetzten Bus von Flaegel-Reisen nutzen dürfen – gegen Kasse. So zahlten die Eltern für einen Bus, der seit drei Jahren ohnehin die Strecke bedient. Denn: Durch eine Überbelegung am Gymnasium Schönberg gab die Schule vor drei Jahren Schüler nach Gadebusch ab – war der Kreis laut Gesetz in der Pflicht, eine Beförderung für zehn Kinder zu organisieren. Ingolf Litzner, Leiter des Gadebuscher Gymnasiums, sprach angesichts der entstandenen Situation von einer nicht zu „übertreffenden Unbeweglichkeit der Kreisverwaltung“. Simone Oldenburg (Linke), Vize-Vorsitzende des Kreisbildungsauschusses, nannte die Bus-Debatte einen „Schildbürgerstreich“, dem jegliche Logik fehle.

Nach dem Beschluss des Schlagsdorfer Schulverbandes können sich aber nicht nur die Eltern der sieben Kinder freuen, die nun das Gadebuscher Gymnasium besuchen. Der Verband fasste nämlich noch einen weiteren Beschluss. So will er auch die Hälfte der Kosten für die Beförderung der rund zehn Schüler etwa aus Dechow oder Demern übernehmen, die statt nach Roggendorf zur Grundschule nach Schlagsdorf gehen.

Bürgermeister Ingo Melchin rechnet mit Kosten zwischen 4000 und 5000 Euro, die auf den Schulverband zukommen. Beide Beschlüsse gelten vorerst nur für dieses Schuljahr, betont Melchin. Für das kommende Schuljahr setzt der Bürgermeister dann auf eine Veränderung der jetzigen Schuleinzugsbereiche, damit die Diskussion um die Bezahlung der Schülerbeförderung ein Ende habe. Einen entsprechenden Antrag werde der Schlagsdorfer Schulverband an den Kreis richten, so Melchin.

Tatsächlich wird der Kreistag im Februar 2015 über die weitere Schulentwicklungsplanung entscheiden. Bildungs- und Kulturausschuss hätten bereits eine Arbeitsgruppe für diesen Themenbereich gebildet, bestätigt Kreissprecherin Petra Rappen auf Anfrage unserer Zeitung. Das letzte Wort in der Sache habe freilich das Land.

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