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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 02:43 Uhr

Hansa : Schlagsdorf feiert Fußballfest

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mehr als 200 Fans bejubeln Spiel ihre B-Junioren-Fußballer gegen Verbandsliga-Spitzenreiter FC Hansa Rostock II

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Alles war für das Fußballfest vorbereitet. Mehr als 200 Zuschauer kamen morgens um 10 Uhr auf den Bäckerberg, der Bierwagen war aufgebaut, die Bratwurst wartete auf ihre Abnehmer. Spieler und Trainer waren motiviert bis in die Haarspitzen – die Schlagsdorfer sollten gegen Hansa antreten. Aufregung? Fehlanzeige: „Wir können ohne Druck spielen, Hansa ist der Favorit, wir haben uns dieses Spiel gewünscht“, erklärte SGS-Trainer Andreas Spiewack.

Die Fans warteten gespannt am Spielrand auf das Einlaufen der Mannschaften und den Anpfiff. Wie würden sich die Schlagsdorfer Jungs schlagen? Das Pokalmärchen der B-Junioren-Fußballer der Sportgemeinschaft Schlagsdorf (Spitzenreiter Landesliga) ging schneller als gedacht zu Ende. In der vierten Runde des Landespokales unterlagen die Kicker am Sonnabend der zweiten Mannschaft des FC Hansa Rostock (Spitzenreiter Verbandsliga) mit 1:7. Trotzdem feierten die Zuschauer die 15- und 16-jährigen Kicker auch nach dem Schlusspfiff.

Enttäuscht schon vor dem Spiel waren allerdings Hannes Steinlein und Tobias Thun. Beide waren beim 1:0-Sieg in der Runde zuvor gegen den Förderkader René Schneider dabei, mussten jetzt aber verletzungsbedingt zuschauen. „Das ärgert mich. Vielleicht hätte ich ja noch einmal so viel Glück gehabt“, sagte der 1:0-Torschütze Tobias Thun. „Wenn diese beiden Spieler nicht dabei sind, ist das für uns sicher nicht leichter“, so der Trainer. SG-Torhüter Jan Chucholowski ergänzte: „Ich möchte nicht mehr als vier Gegentore kassieren.“

Hansa Trainer Tommy Bastian war sich seiner Sache nicht so sicher: „Wir haben nicht die besten Fußballer unter uns. Und auf diesem Platz und mit einem Gegner der motiviert ist bis in die Haarspitzen, ist es nie einfach“, so der Hansa-Trainer.

Doch der Rostocker sollte sich täuschen. Nur 30 Sekunden nach dem Anpfiff war es mucksmäuschenstill auf dem Bäckerberg – die Fans hielten die Luft an: Hansa ging mit 1:0 in Führung und die Maßgabe, solange wie möglich kein Gegentor zu bekommen, war schneller über den Haufen geworfen, als es allen Schlagsdorfern lieb war. Doch die SGS-Fans ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Beklatschten begeistert immer wieder gute Aktionen der eigenen Mannschaft, auch wenn die noch schnell weitere Gegentore kassierten.

Das Spiel war eigentlich nach 21 Minuten gelaufen, Hansa führte bereits 5:0. Und dennoch hielten die Schlagsdorfer Fans acht Minuten später wieder den Atem an. Toby Spiewack trat zu einem Elfmeter an. Spieler, Trainer und Zuschauer drückten dem Spieler mit der Nummer 10 die Daumen. Würde er gegen den Hansa-Keeper Sieger bleiben? Der Schlagsdorfer Mittelfeldregisseur lief an und schob den Ball links ins Eck. Während die Fans begeistert und minutenlang ihre Mannschaft feierten, zeigten sich die Spieler selbst verhalten in ihrem Jubel. Innerlich freuten sie sich dennoch, ein Tor gegen den den haushohen Favoriten geschossen zu haben.

„Man hat gesehen, dass die Jungs nervös waren vor so vielen Zuschauern zu spielen. Das Ergebnis ist völlig egal. Sie haben sich mit diesem Spiel für die tolle Saison belohnt“, sagte Vereinschef Thorsten Finger, der selbst als Ordner und Fan an der Seitenlinie mitfieberte.

Selbst als das Spiel mit einer Niederlage nach 80 Minuten abgepfiffen wurde, gab es stehende Ovationen der Zuschauer. „Die Jungs sollten Spaß haben. Sie hatten sich das Spiel verdient. Das Ergebnis spielt keine Rolle“, so Walter Chucholowski. Er war stolz, dass die gesamte Mannschaft es bis hierher geschafft hatte. Sein Sohn, Torhüter Jan, hatte zwar seine eigene Maßgabe nicht ganz erreicht, doch auch er war am Ende nicht unzufrieden: „Toll, dass wir gegen Hansa ran durften.“

Für die SGS spielten:

Chucholowski, Li. Baltz, Wulff, E. Schulz (59. Pa. Arndt), Garbers, Spiewack (68. Lu. Baltz,

Weber, Gohde, Schlatow (75. Weith), Ph. Arndt (41. Wendorff)



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