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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 21:30 Uhr

Gadebusch : Schimpftiraden gegen Tafel-Team

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ein Kunde beleidigte die Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins während der Lebensmittel-Ausgabe im Kreml

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2017 | 04:45 Uhr

„Die Menschen, die zu uns kommen, brauchen sich nicht zu schämen. Die sind doch schon am Ende der Nahrungskette. Wir versuchen deshalb auch immer, ihnen eine lockere Atmosphäre zu vermitteln.“ Silva Schröter ist Ein-Euro Jobberin und als solche in der Tafel in Gadebusch aktiv. Hier versorgt sie mit fünf Mitstreitern hilfsbedürftige Menschen in Gadebusch und Rehna mit Lebensmitteln, die von Supermärkten, aber auch Einzelhändlern aus der Region für die Tafel gespendet werden.

Eine Tätigkeit, die von den Kunden der Tafel mit viel Dankbarkeit bedacht wird. Zumindest meistens. Ausnahmen bestätigen die Regel. So sind die Mitarbeiterinnen am Dienstag dieser Woche von einem ihrer Kunden nach eigener Aussage aufs Übelste beleidigt worden. Grund: Der Gadebuscher wollte neben den für ihn bestimmten Lebensmitten auch noch für eine Nachbarin, die über Umwege gerade erst in die Kundenliste der Tafel aufgenommen worden war, deren Lebensmittel in Empfang nehmen. „So leid es uns tut, doch so etwas machen wir grundsätzlich nicht. Erst recht nicht, wenn wir den angeblichen Empfänger zwar auf der Liste, aber noch nie bei uns gesehen haben“, erklärt Karin Kluge. Die Gadebuscherin hält in der Tafel die Fäden zusammen und kümmerte sich auch umgehend um diesen Problemfall. Man hätte ja auch gar nicht gewusst, ob die Nachbarin ihn überhaupt mit der Abholung der Lebensmittel beauftragt hatte. Doch der Mann wollte partout keine Einsicht zeigen. Silva Schröter: „Er stellte sich sogar vor unsere Tür und drohte, uns nicht mehr herauslassen zu wollen.“

Doch das sei glücklicherweise nur ein Einzelfall. Dennoch machen die Mitarbeiter noch einmal darauf aufmerksam, dass die Tafel kein Supermarkt sei. „Es gibt keinen Anspruch auf bestimmte Lebensmittel. Wir bekommen die Ware angeliefert, diese wird dann durchsortiert und entsprechend der Personenzahl in den bedürftigen Haushalten aufgeteilt“, sagt Karin Kluge.

87 Gadebuscher Haushalte zählen derzeit zu den Kunden der Tafel, 60 sind es in Rehna. Für die Lebensmittelpakete müssen die Kunden jeweils einen Euro bezahlen. Darüber hinaus werden für die Kindertafel während der Schulzeit täglich 58 Pausenpakete gepackt, der evangelische Kindergarten erhält einmal in der Woche frisches Obst und Gemüse.

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