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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 11:40 Uhr

Gadebusch : Schimmelpilze in der Turnhalle

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gesundheitsamt fordert von Gadebusch Grundreinigung der Sporthalle. Bei Nichterfüllung droht womöglich Sperrung ab April

von
erstellt am 07.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Sporthalle der Regionalschule in Gadebusch steht vor einer möglichen Sperrung für den Schul- und Vereinssportbetrieb. Darauf deuten zumindest die Anordnungen des Gesundheitsamtes des Landkreises hin. „Das Gesundheitsamt hat eine Grundreinigung der Halle inklusive Sanitärbereiche angeordnet“, sagt die Schulelternratsvorsitzende Nicole Kunz. Passiert dies nicht, wird womöglich die Sperrung durchgesetzt. Dafür wollen sich auch die Eltern stark machen.

Der Anfang Februar verfasste Kontrollbericht legt sämtliche Baumängel und hygienische Verfehlungen offen. „Das Schreiben zeigt, dass eine Gesundheitsgefährdung unserer Kinder billigend in Kauf genommen wird“, moniert Björn Hildebrandt gegenüber Bürgermeister Ulrich Howest.

Die Wut der Eltern ist groß. Grund: Bereits in 2013 wies das Gesundheitsamt auf die hygienischen Mängel hin. Passiert ist seitdem nichts. „Das ist katastrophal, da haben sie recht“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest in einem von den Eltern geforderten Gespräch. Howest verwies darin auch auf die Kontrollfunktion der Schule selbst und die Möglichkeit, dass in puncto Sauberkeit längst etwas hätte passieren können. Von Schuldzuweisungen im Nachgang hält er nichts. „Es ist entscheidend, dass wir jetzt handeln“, so Howest.

An Arbeit mangelt es nicht. Die Liste des Gesundheitsamtes ist lang: „...Fußböden im WC lassen keine Reinigungstätigkeit erkennen; fehlende Lüftung in den WC-Räumen und Mangel an Lichteinfall; gelblich bis graue Schimmelpilzkolonien im WC der Jungen; fehlende Flüssigseife, Einmalhandtücher und Abfallbehälter an den Handwaschplätzen; defekte Fußböden – Reinigung unmöglich; schwarze Staubablagerungen an Fenstern und Rohrleitungen...“. Eine Putzkolonne wird nun für Sauberkeit sorgen. Eine Prüfung der Leistungsparameter beauftragter Firmen schließt dies ein.

Sämtliche Vorgaben sind laut kreislichem Gesundheitsamt kurzfristig abzuarbeiten. Darin eingeschlossen die Beseitigung der fünf Quadratmeter großen Schimmelpilzfläche im Sporthallenbereich. Elternvertreter als auch die Stadt gehen von einer Grundreinigung mit Termin Osterferien aus. Hinsichtlich einer Kontrolle hat das Gesundheitsamt einen verbindlichen Arbeitsplan eingefordert.

Howest als auch den Eltern ist klar, dass die Stadt an einem Neubau einer Sporthalle nicht vorbeikommt. „Die Kommunalvertreter sehen die Priorität“, sagt Howest. Elternvertreter wie Birgit Jürgens, Matthias Schröder, Nicole Kunz und Björn Hildebrandt fühlten dem Stadtoberhaupt dennoch auf den Zahn. Zu widersprüchlich erschienen ihnen bisherige Aussagen der Kommunalpolitik, die mit ihrem „Informationsantrag für eine Förderung“ gefühlt erst am Anfang eines Neubauprojektes steht. „Warum soll erst in 2018 mit dem Bau begonnen werden“, fragt Hildebrandt.

Ulrich Howest verweist auf die Instanzen, die solch ein Bauprojekt durchlaufen muss: „Wir als Stadt müssen die Planungskosten selbst aufbringen, erst wenn diese steht , können wir Fördermittel einwerben.“ Mit all dem habe man 2010/2011 begonnen. „Unser Stadthaushalt ist Politik in Zahlen. Schauen sie“, so Howest. Er weist auf den Punkt Planung in 2017 und Baukosten in 2018 hin. Momentan könne Gadebusch allerdings nur von einer Förderung in Höhe von 300 000 Euro ausgehen. Er hoffe angesichts der rund drei Millionen Euro Investition aber auf 1,5 Millionen Euro Landesmittel. „Wenn nicht, müssen wir das Projekt innerhalb der Stadt angehen“, so Howest mit Blick auf den unhaltbaren Zustand.

Auf Druck der Eltern gibt es erste Reaktion der Landespolitiker von CDU, SPD, die eine weitere Prüfung“ veranlasst haben wollen. Die Linkspartei wird Gadebusch im Landtag thematisieren, während Reinhard Bütikofer (Grüne, EU-Parlament) Unterstützung über das Landesbüro MV aus Brüssel signalisierte.  

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