Gadebusch : Schilderwald sorgt für Ärger

Der Gadebuscher Marko Kern befürchtet, dass sich Unfälle im neu entstandene Schilderwald im Bahnhofsbereich ereignen können. Er hofft, dass der Schilderwald schnellst möglich gelichtet wird.
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Der Gadebuscher Marko Kern befürchtet, dass sich Unfälle im neu entstandene Schilderwald im Bahnhofsbereich ereignen können. Er hofft, dass der Schilderwald schnellst möglich gelichtet wird.

Anwohner der Bahnhofstraße und Fahrschullehrer befürchten Verkehrsunfälle im Gadebuscher Bahnhofsbereich.

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11. Dezember 2014, 00:45 Uhr

Nach monatelangen Bauarbeiten wird heute um 14 Uhr in Gadebusch der neugestaltete Bahnhofsbereich freigegeben. Besorgte SVZ-Leser sehen der Verkehrsfreigabe aber mit Sorge entgegen. Denn sie befürchten, dass sich Rad- und Autofahrer in dem dortigen Schilderwald nicht mehr zurechtfinden und Verkehrsunfälle die Folge sein könnten. Das liegt nicht nur an den mehr als ein Dutzend aufgestellten Verkehrszeichen, sondern auch an der aus Fahrschullehrer-Sicht fehlerhaften Ausschilderung. „Fachmänner können hier jedenfalls nicht am Werk gewesen sein“, sagt Günter Gottschalk. Er ist seit 38 Jahren Fahrschullehrer und lässt kein gutes Haar an der Ausschilderung am Bahnhof. „Das ist der Gipfel des Schilderwaldes im Bereich Gadebusch. Angesichts dieser blamablen Leistung hätte lieber kein Schild hier aufgestellt werden sollen. Das hätte nicht nur Kosten gespart, es hätte auch Rechts vor Links gegolten und jeder Kraftfahrer hätte gewusst, wer Vorfahrt hat und wer nicht.“ Jetzt sei es so, dass die Verkehrszeichen zwei Kraftfahrern aus unterschiedlichen Richtungen kommend die Vorfahrt geben. „Das ist in etwa so, als wenn an einer Ampelkreuzung gleichzeitig alles auf Grün gestellt wird. Hier ist Gefahr im Verzug. So etwas wie hier habe ich mein Leben lang noch nicht gesehen“, kritisiert Fahrschullehrer Günter Gottschalk.

Auch Marko Kern, Anwohner der Bahnhofstraße, stört die Ausschilderung. Er griff gestern zum Telefon und machte seinem Ärger Luft am „Heißen Draht“ der SVZ. Zu groß ist seine Sorge, dass sich Verkehrsunfälle ereignen könnten. Er informierte bereits das Polizeirevier.

Der Gadebuscher Marko Kern hofft, dass möglichst schnell eine überschaubare und nachvollziehbare Ausschilderung erfolgt. „Man macht sich in der Stadt schon lustig über diesen chaotischen Schilderwald“, verdeutlicht der Bahnhofstraßen-Anwohner.

Von einem chaotischen Schilderwald will beim Amt Gadebusch bislang niemand etwas wissen. „Von der Markierung her ist das hier eindeutig“, sagt Bauamtsleiterin Rommy Elßner. Nach ihren Angaben wurde nach ersten kritischen Hinweisen die Ausschilderung durch die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg noch einmal geprüft.

Der zuständige Sachbearbeiter beim Landkreis spricht von einer stimmigen Ausschilderung. Jetzt sei es auch aufgrund der Fahrbahn-Markierung für Verkehrsteilnehmer einfacher als vorher geworden. „Ich sehe keine Ungereimtheiten“, so der Behördenmitarbeiter. Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen erklärte auf SVZ-Anfrage: „Falls sich zeigen sollte, dass die jetzige Lösung nicht praktikabel ist, wird es mit Sicherheit zu Veränderungen kommen.“ Rund 300 000 Euro hatte die Neugestaltung des Bahnhofsbereichs gekostet. Darin enthalten dürften auch die Ausgaben für den Schilderwald sein.

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