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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 05:06 Uhr

Gadebusch : Schilderwald am Bahnhof gelichtet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach Kritik und TED-Umfrage gilt ab sofort die Rechts-vor-Links-Regelung an der ehemaligen Gadebuscher Problem-Kreuzung

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 00:53 Uhr

Entwarnung für den „Scheriff“ von Gadebusch: Der professionelle Baumkletterer und Vater zweier Kinder, Marco Kern, braucht seinen Dienst als Verkehrslotse auf der Gadebuscher Problem-Kreuzung nicht mehr antreten. Denn der Schilderwald samt seiner umstrittenen Verkehrszeichen ist gelichtet. Nur noch ein paar Spuren im Sand erinnern an die ausgebuddelten Metallpfosten mit den Verkehrszeichen.

Nicht im Schlaf, sondern während der Mittagspause wurde der „Scheriff“ von Gadebusch von der Demontage gestern überrascht. Als er wieder in der Bahnhofstraße unterwegs war, waren die Schilder plötzlich verschwunden – und damit auch seine Angst. Denn Kern und zahlreiche Gadebuscher hatten befürchtet, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis es am neu gestalteten Bahnhofsbereich zu Verkehrsunfällen kommt (SVZ berichtete). Zu verwirrend war für Autofahrer die Regelung.

Nachdem es zudem Kritik hagelte, handelten die Behörden und ließen der Ankündigung von Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen Taten folgen. Sie hatte in der vergangenen Woche angekündigt: „Falls sich zeigen sollte, dass die jetzige Lösung nicht praktikabel ist, wird es mit Sicherheit zu Veränderungen kommen.“ Ab sofort gilt im Bahnhofsbereich die Rechts-vor-Links-Regelung. Soll heißen: Wer von rechts kommt, hat auch Vorfahrt. Dafür sprachen sich bei einer TED-Umfrage unserer Zeitung zuvor auch 94 Prozent der Anrufer aus.

Der Gadebuscher Fahrschullehrer Günter Gottschalk spricht von einer praktikablen Lösung, die Kraftfahrer nun nicht mehr vor Probleme stellen sollte. „Manchmal ist weniger eben mehr“, so Gottschalk.

Zufrieden ist auch der Gadebuscher Stadtvertreter Günter Blankenberg. Er spricht von einer vernünftigen Entscheidung, Änderungen vorzunehmen. „Die Unfallgefahr ist aus meiner Sicht jetzt gebannt“, so Blankenberg.

Auch Bürgermeister Ulrich Howest, der sich bereits am Tag der offiziellen Verkehrsfreigabe Kritik von Gadebuschern anhören musste, ist erleichtert. „Mit der jetzt gültigen Verkehrsführung ist die ganze Maßnahme rund. Ich muss zugeben, dass auch ich die Verkehrszeichen irritierend fand und mich fragte, ob ich 30 bis 40 Jahre lang falsch gefahren bin.“

Für rund 300 000 Euro war in den vergangenen Monaten aus dem ausrangierten Güterbahnhof ein Areal mit Bushaltestellen, Parkplätzen und neuen Gehwegen entstanden. Dafür dürfte Gadebusch von Städten, in denen Bahnhöfe zu Schandflecken verkommen, beneidet werden.  

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